Kirner Schützen schießen scharf & wechseln- Zoff mit Schützen Bund

Kategorie: Kirn, Kreis KH, Lokale News an Nahe und Glan, Sport

 

Kirn. Osterglücksschießen ist "in" und „...alle Jahre wieder“ hat das Neujahrsglücksschießen mit Kleinkalibergewehr auf 25 Meter-Glücksscheiben des Kirner Schützenvereins in der Nägelspitz Tradition, schließlich wurde 2010 ganz groß der 50. Geburtstag gefeiert. Beim Schießen dieses Jahr war alles ganz anders, es knirscht im Gebälk und brodelt gewaltig hinter den Kulissen. Nicht im Kirner Verein, nein, aber im Rheinischen Schützenbund („RSB“) und der Verbandsstruktur. Deshalb haben die Kirner um ihren Vorsitzenden Jürgen Frorath, die bisher zum Bezirk 14 und im Kreis 14/2 zum RSB gehörten, seit dem 1. Januar 2012 in den Pfälzer Schützenbund gewechselt. Sie fühlen sich mit Dutzenden Vereinen im RSB vernachlässigt und nicht gut vertreten. Die Wellen schlagen seit Jahren sehr hoch, es geht um sehr viel Geld, Toto-Lotto-Zuwendungen, zudem stand der RSB-Schatzmeister wegen Unregelmäßigkeiten bis zu seinem Rücktritt lange in der Kritik. Unsere Zeitung berichtete mehrfach, die Rheinische Post (RP) nannte 350.000 Euro, die auf verschiedenen Privatkonten „geparkt“ wurden. Zudem sei der RSB nach Nordrhein-Westfalen orientiert, an der hiesigen Region nur an den Beiträgen interessiert und erkenne auch das Landesleistungszentrum im Lohrer Wald nicht an. Der Kreisvorsitzende des Schützenkreises Bad Kreuznach, Verhandlungsführer, und Vize im Fachverband Sportschießen Rheinland e.V., Kurt Lauterwasser aus Waldböckelheim, bestätigte auf Anfrage ein „mehrjähriges Zerwürfnis mit dem RSB“ und flächendeckend einen Wechsel der Kreise in den Pfälzer Schützenbund. Mittelfristige Zielfristung sei die Gründung eines neuen Rheinland-pfälzischen Schützenbundes. „Eine saubere Trennung scheiterte bislang“, der RSB beansprucht nach wie vor das ganze Verbandsgebiet und hat vom Deutschen Schützenbund recht bekommen. Harte Zeiten stehen an.

>>>Im Landesleistungszentrum der Bad Kreuznacher Schützengesellschaft im Lohrer Wald wird Tacheles geredet. Kurt Lauterwasser sieht 3,5 bis 4 Millionen Steuergelder, das Landesleistungszentrum und die ganze sportliche Weiterentwicklung extrem gefährdet. Der Streit ist voll entbrannt, die Schützen der Region fühlen sich verschaukelt und nicht gehört.

IM DETAIL: GEWINNER beim Glücksschießen für Jedermann unter 28 Teilnehmern war Helmut Riecke aus Kirn mit 203 Punkten. Bernd Pascher (Schmidthachenbach), Rolf Baus, Bernd Collet (beide Kirn) und Boris Lukas (Hochstetten-Dhaun) sowie Harro Helmes, Franz Lukas, Jörg Klose, Dieter Weber und Norbert Stibitz folgten. Ältester aktiver Teilnehmer war 82-jährig Karl-Heinz Steg, und 90-jährig fand auch Emmi Schmidt den Weg ins Schützenhaus. Dieter Weber war mit der Standaufsicht, Karl-Friedrich Fuchs mit der Organisation betraut.


Kirner Glücksschützen unter sich vor neuen Garnituren