Meiner war der Beste! Bäcker & Metzger sterben aus - Null Bock, null Chancen? 27.August 2016: Kammern melden 172.224 offene Lehrstellen - Fachleute Mangelware

Kategorie: Meddersheim, Lokale News an Nahe und Glan, Essen & Trinken, Lifestyle, Bernd Hey: Meine Meinung

 

Fotos Textende: MEINER WAR DER BESTE! Bäcker und Metzger sterben aus – Ich vermisse Tipps, Tricks, Beratung, vor allem Qualität und Service….

„Meiner war der Beste!“ So hieß ein Essay vor 17 Jahren im "Stern" über den Fleischer. Da war genau zutreffend der Stellenwert in der Gesellschaft als Experte beschrieben, als Ausbilder und Lehrmeister, als Steuerzahler, Vereinsmensch, väterlicher Förderer und Freund, als Vater und Nachbar. Mit den Discountern auf der grünen Wiese begann schon vor der BSE-Krise, der Euroeinführung und der Nivellierung der Handwerksordnung flächendeckend das Sterben der kleinen Handwerksbetriebe. „Meiner war der Beste! Alles was er, -meiner-, mir vom Stück abschnitt, schmeckte sofort nach mehr, schwärmte der Kolumnist in höchsten Tönen. Hackfleisch sah man im Ganzen, am Stück, bevor es im Beisein des Kunden gewolft wurde. Wer kennt heute einen Wolf, einen Kutter? Und was ist Schlachten? Brauchte man „Gehacktes“ nicht gleich, dann drückte man es in einer stabilen Vakuumtüte ganz flach und rollte es zusammen. Zu Haus konnte der Kunde es wieder ausrollen, ganz flach eingefrieren. Das „Gehacks“ war ruckzuck eingefroren und genau so ruckzuck schonend aufgetaut und frisch. Das nenn ich praktischer Service- Dienst am Kunden, die dafür dankbar waren und einen Nutzen, einen Mehrwert hatten!

Einerseits zu meinen, auf der grünen Wiese sei alles besser, billiger, sauberer und hygienischer, das ist viel zu kurz gesprungen, Lug und Trug. Bei fachmännischer Betrachtung bleibt mittlerweile vieles liegen und verkommt zum Ladenhüter. Hallo, Leute, Obacht geben: Inhalt, Qualität, Preis und Leistung vergleichen! Ausländer mit Handschuhen und Mundschutz suggerieren nur heile und sterile Welt. Der Service, Infos, Fachwissen über LEBENSmittel sind mangelhaft. Übrigens: Über 7 Millionen Menschen haben einen Mini-Job, Festangestellte werden gegeneinander ausgespielt. Das Solidarprinzip hinkt - die Schere arm und reich klafft weiter auseinander.….

Zurück zu meinem Metzger: „Meiner war der Beste!“ Mir meinen Metzger zurück zu wünschen ist genauso Humbug- weil die Nachfrage gleich null ist. In Geiz ist Geil- und ich bin doch Blöd-Zeiten hat sich die Mitte verschoben.… „Früher“, liebe Kinder, früher hatten im Dorf die Hälfte der Häuser Stall und Scheune und hielten Vieh: Schweine, Kühe, Kälber, Rinder und Hühner, Katzen und Hunde. Heute, liebe Kinder; denkt ihr vielleicht, die Kuh wär´ lila. Nee, ist sie nicht! Heute kann nur niemand mehr Vieh halten, weil das im Dorf stinkt und Arbeit macht, und das Fleisch aus dem Ausland billiger kommt, oder in ganz großen automatischen Betrieben billiger in Masse „produziert“ wird. Damit die Tiere in der Massentierhaltung nicht sterben, bekommen sie genügend Antibiotika. Das alles will aber keiner wissen. Jeder schaut weg, denkt, alles ist staatlich reguliert und geprüft. Aber da kommt das Sprichwort her. „Eine Kuh macht muh- viele Kühe machen mühe“. Bauern werden zu hoch bezahlten Energielieferanten, Windräder werden mit Strom angetrieben, wenn sie nicht laufen, Hauptsachen der Zähler läuft und die Euros rattern. Auch wenn sie nicht laufen, kassieren die Betreiber….Ackerflächen für Lebensmittel gehen verloren.

Und: Kein Fleisch-Lieferant lädt in der ganzen Stadt Bad Kreuznach aus, ohne vorher!!! kassiert zu haben. „85 Prozent meiner Kundschaft ist zahlungsunfähig“, sagte mir beim Hahnenbacher Almabtrieb ein Viehhändler.

Gerade deshalb erinnere ich mich umso lieber zurück: Wie viele Weggefährten und / oder Handwerker schwelge ich in Erinnerungen, als die Lebensqualität noch zählte und wirklich "Alles besser war….." Aber Vorsicht: Auch heute kommunizieren die Jugendlichen - nur eben anders. Nicht mehr vor der Kirche, auf der Milchbank oder am Backes (> nur als Beispiel).

Wer heute Strom, Sprit, Wasser, Steuern und Miete bezahlt hat und in der Apotheke war, ist ein armer Mann. Er hat einfach weniger zum Leben, wenn er nicht Tafel-Kunde ist. Energieabzocke, EEG und Mehrfachbesteuerung (kalte Progression sind alleiniger Hauptgrund was in alle Lebensbereiche durchschlägt. O-Ton Ortsbürgermeister Reinhard Koch, Ippenschied: „Es wird längst eine Politik gegen die Bürger gemacht. Aufgrund massiver Strompreiserhöhungen und Subventionsbetrug wird vielen Familien 2016 der Strom abgestellt, weil sie nicht mehr bezahlen können“.

Ein Skandal und Klientelpolitik sondergleichen! Scheinheilige Politik - purer Aktionismus. Immer mehr defekte Autos sind unterwegs: Karl-Willi May aus Lauschied: Die Leute haben kein Geld mehr für in die Werkstatt, obwohl der Lichttest kostenlos ist! An Kunst und Kultur wird gespart, die Tageszeitung abbestellt, das Essen nach dem Portemonnaie gekauft. „Früher reichten 100 Mark ewig lange- heute 50 Euro nicht mal halb so lang", sagte mein Freund und Trampclub Otzweiler Vorsitzender Norbert Gehres und trifft den Nagel auf den Kopf.


"Knochendoc" : Jan Hey

Aussterbende Spezie

Zwischen Kirche +Kneipe

Ochs am Spieß