Unser Dorfladen in Becherbach brummt - Miteinander funktioniert. Dorfladen ist Verkaufsstelle für Buch aus der Nahe-Glan Region: Meine Zeit mit Euch!

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LachendFotos Txt.ende anklicken. Becherbach bei Kirn. In diesen Tagen brummt „Unser Dorfladen“ in der Hauptstraße 31- freiwillige Helfer haben unentgeltlich alle gesetzlichen Vorkehrungen zum Schutz von Mitarbeiter und Kunden getroffen.

„Das Tagesgeschäft und der Umsatz brummt. Es sind momentan die stärksten Wochen, die wir jemals hatten“, sagte der Erste Vorsitzenden des wirtschaftlichen Trägervereins, Frank Schätzel. Und ein Kuriosum stimmt ihn froh und zuversichtlich: „Es haben sich in dieser Krise ganz viele junge Leute gemeldet, die sich bereiterklärt haben, die Waren zu den älteren Kunden an die Haustür zu bringen. Andere trugen aktuelle Wurfzettel aus. Das kam uns allen wie ein Weckruf vor, das war phänomenal und genau das, was wir über den Tag hinaus brauchen: Solidarität und Zusammenhalt“, sagte er.

Neu Zugezogene haben sich spontan bereiterklärt, mitzuhelfen. Dienstags, donnerstags und samstags werden die Bestellungen ausgeliefert – aber: bislang bestand schon die Möglichkeit, unkonventionell beliefert zu werden, erinnert Schätzel. Andererseits fehlen momentan auch im Becherbacher Dorfladen die Institutionen, Bauarbeiter und Vereine,– es seien keine Lieferscheine und Rechnungen zu schreiben, denkt der Landwirtschaftsmeister und frühere Ortsbürgermeister Frank Schätzel andererseits laut über die klaffenden Umsatzeinbußen nach. „Wir haben bislang alles ohne Fremdkapital gemeistert und erwirtschaftet und stehen auch Corona durch“, lobte jüngst sein Vorgänger Werner Barth bei der Mitgliederversammlung mit Neuwahlen in höchsten Tönen (Wir berichteten).

Viele ehrenamtliche Helfer waren vergangene Woche im Arbeitseinsatz, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Sie errichteten an der Kasse eine Trennwand aus Plexiglas, brachten Rot-weißes Klebeband für die Abstandsregelung auf dem Boden auf und erinnerten an „Social Distancing“ – Abstand halten ist das oberste Gebot der Stunde, das peinlich genau eingehalten wird. Kartenzahlung macht vieles einfacher. Betroffen waren die Becherbacher von Liefer- und Verteilungsengpässen ihrer Lieferanten und Grossisten. Da haperte es zuweilen an Nachschub – weshalb Hinweise „Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen“ notwendig wurden.

„Das lag nicht in unserem Interesse. Aber: Die Kunden aus Nachbarorten sind dennoch erstaunt und überrascht, wie gut wir sortiert sind und alles haben“, sagt Rosi Bußmann, die am 14. Mai ihr Zehnjähriges im Becherbacher Dorfladen feiert. Von Anfang an liefert die Bäckerei Friedrichs aus Kallenfels frisches Backwerk, ein SooNahe Regal mit Nudeln, Eier etc. wird aktuell von Lieferanten bestückt, Fleischermeister Jürgen Maino aus Lauterecken übernahm für Kunibert Stenkamp aus Sien, C&C liefert Lebensmittel, Winfried Bohn aus Simmertal Getränke, PVG liefert Zeitungen, Firma Seus aus Niedert Dauerware und Schinkenspezialitäten und Klaus Herrmann aus Limbach Bienenhonig. „Der Laden ist mir eine Herzensangelegenheit, ich kümmere mich auch um das Personal, um ihr wohlergehen, nicht um sie zu umgarnen, bauchpinseln oder zu hofieren, sondern weil ich will, dass es ihnen gut geht“ - unterstreicht Frank Schätzel. Insofern kann er die Bundeskanzlerin nicht verstehen, wenn sie in diesen Tagen die Ärzte, Alltagshelden, Verkäuferinnen und Regalauffüller in der ersten Reihe über Gebühr lobt: „Machen die sonst nichts? Die werden seit 23 Jahren bei uns in Becherbach esthumiert und wertgeschätzt“, sinniert Schätzel, nur Miteinander geht’s: Vorstand und Verkäuferinnen zählen 13 Mitarbeiter, weitere vier ehrenamtliche Helfer zählen zum Team. Anfang April kommt Anja Schmacks aus Heimweiler zum Verkaufspersonal hinzu – und für die jahreszeitliche Schaufenster-Deko zeichnen Christel Schwandt und Ilse Schneider seit Jahren verantwortlich. Ostern dominiert in diesen Tagen und hat alles im Griff, am  Schaufenster können sich die Kinder vom Osternest über das Malbuch bis zum obligatorischen Schokohausen mit der Goldglöckchen die Nasen platt drücken, so wie es sein soll; - die zweite Ebene, das Dorfcafe´ blieb nicht ausgespart, auch wenn die Sitzecke gesperrt und verwaist ist: Sonst, in „normalen“ Zeiten finden hier neben dem Plausch auch die Dorfladen-Besprechungen mit Personal und Vorstand statt. Dafür gibt es in diesen Tagen „Kaffee zum Mitnehmen“.

„Unser Dorfladen“ hat in Becherbach einen ganz hohen Stellenwert, seit im Jahre 1862 der Kolonial- und Eisenwarenhändler Johann Peter Schlarb aus Meddersheim mit der aus Merxheim stammenden Caroline Venter ein Kolonialwarengeschäft mit Gastwirtschaft und Tanzlokal betreibt. Im Gebäude befinden sich außerdem die Poststelle mit Telegrafenamt und eine Stube für den Postkutscher. Als im Mai 1996 die Geschäftsfrau Renate Schlarb die Spar-Ladentür zusperrte, merkten die Einheimischen erst, dass ihnen etwas Grundlegendes fehlt. Am 17. Juli 1997 stellte der Ortsgemeinderat die Weichen für einen wirtschaftlichen Trägerverein, am 26. November 1997 war feierliche Neueröffnung. Heute sind 1.200 Dinge des täglichen Bedarfs, überwiegend Grundnahrungsmittel, gelistet.


Plexiglasschutz

Nicht hamstern

es ist genug da

Unser Dorfladen