Zu hohe Kosten für Sicherheit und Bereitschaft gefährden Quetschekuchefest

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Fotos immer unten- Kirn. Hochstetten-Dhaun. Das Quetschekuchefest vom Kirner Flugsportverein auf der Meckenbacher Höhe erfreute sich trotz hoher Luftfeuchte größter Beliebtheit und war für alle Flugsportbegeisterte aus der ganzen Naheregion ein absolutes Muss. Flieger fühlten sich an Reinhard Mey „Über den Wolken“ erinnert- der Wind wehte tatsächlich aus Nordost und die Startbahn lag auf dem Kompass 3.0.

Bereits am Freitag schnippelte das Küchenteam die Zutaten für die Erbsensuppe, die am Samstag in der NVA-Feldküche geköchelt und gerührt wurde. Gestern Mittag rühmte Rainer Becker aus Dickenschied: „Erbsensuppe und Würstchen im Porzellanteller- himmlisch!“. Früh um 5 Uhr war für die treuen Helferseelen Kai Stasek und Christian Berger die Nacht zu Ende. Zwei Stunden später wurde der erste Spießbraten aufgehängt und einer der ersten Kunden war das 91-jährige Gründungsmitglied des FSV Kirn, Hugo Ströher, der heute in Simmern lebt. „Die machen das absolut supergut, wie in einer großen Familie, Chapeau!“, lobte der Senior und meinte die 100 vereinstreuen Helfer aus der ganzen Region. So etwas Kulturelles wie das Quetschekuchefest zu erhalten sei schwieriger, wie etwas Neues zu beginnen. Wie wahr und goldrichtig der Senior lag: „Die Kosten werden zu Unkosten. Immer mehr und mehr Auflagen und eine überbordende Bürokratie können wir uns nicht mehr leisten“, klagte Vorsitzender Lutz Walldorf und zählte eine Liste von Posten auf, die man zu leisten im Verein selber imstande wäre, und die richtig ins Geld gehen: „Am Ende des Tages bleibt nix hängen. Wir müssen andere Wege können“, sagte er. Zu anderen Zeiten werde auch ohne Bereitschaft sicher geflogen....

Pünktlich um elf begrüßte Walldorf die ersten Gäste und rief die Flieger der Rene` Fournier Flotte zusammen, um über den Dörfern unten im Nahetal in etwa 300 Meter Höhe Reklame fürs Fest auf der Meckenbacher Höhe zu machen. Übrigens: In Kirn stehen deutschlandweit die meisten Flieger der „R-F“-Motorsegler in Holzbauweise. Gleichzeitig landeten viersitzige Flugzeuge für Rundflüge und der Doppeldecker „Stampe SV 4“ vom FSV Bad Sobernheim mit Frank Sutor und Thomas Rathmann.

Auf dem höchsten Punkt des Vereinsgeländes Richtung Limbach hatte Oberflugleiter Markus Zimmermann Quartier bezogen, die Koordination und den Flugbetrieb leitete Vereinsvize David Hohmann. Jörg Schmidt aus Bitburg sprang aus dem einzig dafür genehmigten Segelflugzeug mit dem Fallschirm ab. Zwischen den Rundflügen demonstrierten die Kunstflieger und die Modellflieger ihr Können- darunter solche Raritäten wie von Michael Torner aus Bärenbach: Ein 20 Kilogramm schwerer mit Kerosin fliegender Düsenjäger oder 250 Kubikzentimeter betriebener Modellflieger mit 5-Zylinder Sternmotor und 15 PS.

„Wir Flieger halten alle zusammen“, schallte es durch Mikrofon, die Besucher waren jederzeit informiert und „Up to Date“. Christian Treiber aus Simmertal präsentierte allerlei Antriebstechnologien, etwa ein Motor-Zweirad „Republic“, Baujahr 1901. Jens Weikert aus Merxheim richtete neben Segel- und Zivilflugzeugen 100 Jahre nach Beginn des ersten Weltkrieges seinen Fokus auf Fokker- Doppeldecker- Flugzeuge und Originalfotos von Manfred und Lothar von Richthofen.

Tragschrauber und Ultra-Leichtflugzeuge wurden vorgestellt: „Da kann man ganz schnell vom Fußgänger zum Flieger mit einer komfortablen Reisemöglichkeit werden“, informierte Moderator Andreas Buch. Die Kirner Motor- und Ultraleicht-Segelflieger waren zu Rundflügen stets gut besetzt und auch der Quetschekuchen fand dankbare Abnehmer.


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