Stadtgespräch: Oha, -das wird teuer. Dumme-Bubenstreiche kosten viel Geld

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Fotos - Textende. Bad Sobernheim. „Wegen Vandalismusschäden geschlossen“ – prangt an den dicken Eichentüren der über 1000 Jahre alten Matthiaskirche, die sonst das ganze Jahr über,  dienstags bis Samstag von 9 bis 18 Uhr geöffnet und seit Freitagnachmittag abgesperrt ist. Gegen 16 Uhr war am Freitag die Bereitschaftspolizei da und sicherte erste Spuren - gestern Morgen ermittelte die Kripo.

Nach Spurenlage hatten hier vermutlich drei Jugendliche einen großen Feuerlöscher leer gesprüht und ihrer Zerstörungswut in einer dicken Nebelwand freien Lauf gelassen. Die Deckel des Taufbeckens lagen auf dem Boden, Gesangbücher wurden kaputt gerissen und noch von außen in den Keller- und Katakombeneingang geworfen.

Jetzt ist erst einmal Schadenserhebung angesagt. Erste Schätzungen von 3.000 Euro würden um ein Vielfaches und bei weitem übertroffen, informierte gestern Manfred Herrmann, der stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde.

Möglicherweise müssen die Sitzkissen auf den Bänken erneuert werden. Inwieweit der aggressive Staub die Meistermann-Bleiglasfenster und die Messing Kronenleuchter angreife, müsse noch durch Experten und eine Reinigungsfirma ermittelt werden. Bodenschächte liegen voll Löschpulver, die Heizung kann nicht angeschaltet werden. Das Instrumentarium kleine Orgel stand offen und ist wie die große Stumm-Orgel in Mitleidenschaft gezogen. Auf der Empore fehlte auch der Orgelschlüssel vom eingeschalteten Blasebalg. Bekanntlich wurde die original Stummorgel aus der ersten Dynastie von Johann Michael Stumm im Jahre 1739 gebaut und nach jahrelanger Generalsanierung in den Originalzustand und mit Kosten in Höhe von 420.000 Euro als „Königin der Instrumente und wertvolles Instrumentarium“ 2006 feierlich eingeweiht. „Und jetzt das“ – Manfred Herrmann zeigte sich erschüttert – der Vandalismus ist Stadtgespräch.

Das Pfarrerehepaar Christian Wenzel und Ulrike Scholtheis-Wenzel war nicht in der Stadt. Am  kommenden Freitag, 3.3.2017, hätte in der Matthiaskirche der Weltgebetstag der Frauen stattfinden sollen - ein anderer Veranstaltungsort stand gestern noch nicht fest. Auch Gottesdienst kann hier am Sonntag nicht stattfinden.  Das für Sonntag, 5. März, um 17 Uhr angekündigte Konzert mit dem „Trio Festivo“ wurde von der gesperrten evangelischen Matthiaskirche in die katholische Schwesterkirche Matthäus verlegt: „Da stimmt die Chemie - erst im September ging eine gute Zeit des Simultaneums zu Ende“, sagte Manfred Herrmann, weil die katholische Kirche ab Juli 2014 umfangreich innen saniert wurde.


Vandalismus in Matthias

Deutliche Spuren

Kleines Orgelinstrumentarium...

...auch Stumm-Orgel beschädigt?