Nußbaumer Feuerwehr ehrt seine Altvorderen - Ökumenische Andacht

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Fotos unten. Nußbaum. Taggenau nach 75 Jahren war der 1. März 2013 am Freitag für die Nußbaumer Feuerwehr kein Tag wie jeder andere: In einer emotionalen Ökumenischen Andacht im Fackelschein gedachten sie der Gründung der Feuerwehr und ehrten ihre Altvorderen mit einer Kranzniederlegung am neuen Sandssteinkreuz auf dem Friedhof am „Mannegraben“.

„Einsatzbereit sein, nicht wissen was kommt, jedem in Not geratenen Bürger helfen, seinen Arbeitsplatz oder seine Familie verlassen und möglichst gesund wieder die Einsatzstelle verlassen“, Wehrführer Norbert Jung dachte laut nach, was es heißt, ständig präsent zu sein. Am 1. März 1938 haben 20 Männer auf dem jetzigen Wanderparkplatz „Friedenseiche“, dem heutigen Zimmerplatz, die Wehr aus der Taufe gehoben.

„Wir, die aktiven Feuerwehrmänner wissen, wem man danken muss“, sagte Jung: „Wir danken zum Schutz, dem Feuer zum Trutz - Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr“.

Pfarrer Manfred Kaspar eröffnete den Festakt im Fackelschein vor der Einsegnungshalle und las aus dem 10. Lukas-Kapitel. Viele Bürger darunter VG-Bürgermeister Rolf Kehl, Ortsbürgermeister Kurt Greulach, die komplette VG-Wehrleiterspitze, weitere Mandatsträger bis hin zu Julia Klöckner oder dem neuen Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Frank Hachemer aus Neuwied, folgten der Einladung.

Diakon Joachim Höhn dankte den Feuerwehrfrauen und -männern und all den Altvorderen, die mit viel Tatkraft, Begeisterung, Engagement und neuen Ideen fest im Ort verankert ist.

„Wütet die Flamme in deinem Haus- rufst du nach Gott und der Feuerwehr aus. Ist aber gelöscht, das Flammenmeer- so vergisst du Gott und schimpfst auf die Feuerwehr“ predigte Diakon Joachim Höhn. Er und der Monzinger Manfred Kasper, beide Notfall-Seelsorger, wussten, über was sie redeten. Höhn blickte ganz weit zurück zu den Anfängen der Menschheit, als Gott am sechsten Tag den Feuerwehrmann und die Feuerwehrfrau erschuf. Es war schon fünf vor Zwölf, als ein Engel den Schöpfer an das Gebot „Am siebten Tage sollst du ruhen…“, erinnerte. Nein, Gott wollte dieses „ ganz wichtige Modell“ noch fertig stellen, damit die anderen Geschöpfe sich in Sicherheit wiegen können, und so machte er vermutlich die ersten Überstunden: Dann zählte der katholische Seelsorger auf, welche Ideale und göttliche Fähigkeiten solch ein Allrounder, solch eine Allzweckwaffe gegen den „roten Hahn“, serienmäßig haben muss: Pflegeleicht und stabil mit Nerven wie Drahtseilen sollte er sein, zupackend und zuverlässig, aufrecht im Anzug und gebückt in seiner Arbeitsmontur im Einsatz müsse er sein. Samt Anzug und Ausrüstung in einen VW Golf passen, er braucht einen guten Riecher, um jemanden zu retten, der sich leichtsinnig in Gefahr bringt, er soll Mut zusprechen, Tacheles reden können, auf Hochtouren motiviert aber trotzdem cool und gelassen sein…. „Stopp“ sagte da der Engel, dem dies alles zuviel war. Ganz wichtig sei das „Überlaufventil“, wenn es einmal eng werde, wünschten die Seelsorger unter dem Slogan „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Trompeter Torsten Forney aus Staudernheim spielte Dietrich Bonhoeffers Lied „Von guten Mächten“ und am Ehrenkreuz das Lied vom guten Kameraden.


Ehrengabe im Fackelschein- ganz großes Programm zum 75.

Landesfeuerwehrpräsident Hachemer und VG-Wehrleiter-Spitze

WehrFührer der Einheit Nußbaum ist Norbert Jung

Festschrift: Gefeiert wird am 1. März und am 29. Juni 2013