Erfolgsstory: SOONAHE will Rind auf dem Grill - 4000 Beziehungskisten

Kategorie: Lokale News an Nahe und Glan, Becherbach

 

Dr. Rainer Lauf und Michael Herrmann wollen Bauern der Region mit ins Boot aufnehmen - schwierige Verhandlungen

Becherbach. Die Regionalmarke „Soo-Nahe“ soll stärker in der heimischen Landwirtschaft verankert und die Landwirte mit ins Boot genommen werden. Der Vorsitzende des 500 Mitglieder starken Regionalbündnisses Soonwald-Nahe, Dr. Rainer Lauf, stellte den anwesenden Landwirten bei der Infoveranstaltung des Bauern- und Winzerverbandes in Becherbach die Organisationsstrukturen samt Kooperationsvertrag mit Hunsrück-Marketing, die Ausgangsüberlegungen, Zweck und Ziele der 2008 am Markt etablierten Produktpalette „SooNahe“ vor. Das A und O der Marke als Gütesiegel sei dabei die regionale Herkunft aus den Kreisen Bad Kreuznach, Birkenfeld und dem Rhein-Hunsrück-Kreis, eine definiert hohe und gentechnikfreie, gleichbleibende Qualität. Die Kunden reagierten sehr sensibel, Rainer Lauf wünschte sich, dass die Verbraucher künftig im Verhältnis zu Freizeit, Videos und Elektroartikel größeren Wert auf gesunde und regionale Ernährung legen. Das Vertrauen „Aug` in Aug`“ mit den Bäckern, Metzgern und Erzeugern der Region sei Grundlage und Geschäftsphilosophie. „SooNahe“ sei eine einzigartige Erfolgsstory: Aktuell gibt es 120 Markennutzer in mehr als 25 Produktgruppen. 4000-mal sei als „absoluter Renner“ vor Weihnachten die Beziehungskiste verkauft worden. Der Bedarf im Lebensmitteleinzelhandel sei rasant zunehmend, die Nachfrage nach weiteren Produkten enorm: „Eier und Kartoffeln können wir gar nicht genug liefern“, machte Lauf deutlich. Erzeuger hätten Mitarbeiter eingestellt und ihren Betrieb angebaut, die Marke sei in kürzester Zeit zu einem Mengenprodukt mit viel Umsatz geworden, resümierte Lauf zufrieden. Michael Herrmann aus Rhaunen, Mitglied im Markenvorstand „SooNahe“ und selbst Geflügelerzeuger mit Schwerpunkt Pute, stellte die im Aufbau befindliche Rindfleischsparte als eine neue Produktschiene vor. Er warb unter den Landwirten in Becherbach und will wöchentlich mit fünf Rindern und einem Schlachtgewicht von jeweils 280 bis 320 Kilogramm zur neuen Grillsaison 2011 starten. Dies sei logistisch eine „Riesenherausforderung und der Beratungsbedarf noch sehr hoch, ich habe mir das nicht so schwierig vorgestellt“, sagte Herrmann, aber die Nachfrage an der Ladentheke und das Potential in der Region sei da. Herrmann denkt dabei an Fleischrinderrassen, an Einkreuzungen mit Limousine- oder Charolais- Rassen, die auf Hunsrückhöhen weiden, aber auch heimische Landwirte sollen dabei mit ins Boot. Geschlachtet werden könnten die Rinder im Mitgliedsbetrieb Wolf in Woppenroth und würden im ebenfalls zertifizierten Mitgliedsbetrieb Beisiegel in Bad Kreuznach zerlegt und weiter verarbeitet.

Zuvor begrüßte Reinhold Kessel als Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Bad Kreuznach, unter den Zuhörern auch Ehrenmitglied Günter Groß. „Wir werden auch diese Krise meistern und überstehen“ rief Kessel aus und forderte zur Abschreckung des Dioxin-Skandals harte Strafen. „Das war hier nix anderes als Profitgier“ sagte der Rehbacher, die Landwirte seien einmal mehr „Opfer und nicht Täter“. Sogar China habe den erst vor einem halben Jahr geöffneten Markt für Schweinefleisch gestern geschlossen, informierte Kessel. Die Bundesregierung habe nach der Finanzkrise mit einem Sofortprogramm Milch die Bauern in schwierigen Zeiten nicht „im Regen stehen gelassen. Bei einer rot-grünen Bundesregierung wäre das alles undenkbar gewesen“, sagte er, längst rede nach der Finanzkrise niemand mehr von der freien Marktwirtschaft, sondern von einer Sozialen Marktwirtschaft.


Bauerninfo in Becherbach

M.Herrmann, Dr.Rainer Lauf

Glanrinder bei Otzweiler sind zu leicht

örtlicher "Chef" Frank Schätzel

Nachdenkliche Bauern