Was haben Beerdigungen und ein tiefes Schwarzes Loch....

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....mit einer brennende Kerze auf dem Mond, dem Brexit oder „Fridays for Future“ miteinander zu tun? Spannende Frage. „Die Uhr tickt, die Zeit läuft, die Bomben schlagen immer näher ein“, sagt mein Otzweilerer Kumpel  auf dem Friedhof in Ginsweiler, und ob Anfang April die brennende Osterkerze sinnbildlich für die Auferstehung und das gesprochene Glaubensbekenntnis ihm wirklich Trost sind, dass der Tod nicht das letzte Wort hat? Wer weiß es? Meist verabschiedet man sich bei der Beisetzung und geht schwarz gekleidet zu Menschen, die man gut kannte, trifft frühere Freunde und alte Bekannte und die „buckelige Verwandtschaft“, wie der Volksmund sagt. Dabei sind die eigenen Gedankengänge, das tiefe Durchatmen und gleichzeitige Innehalten, jenes achtsame Ruhigwerden im Jetzt, im Augenblick, abseits vom Stress im Hamsterrad und im Alltagstrott, etwas Intimes. Wohlwissend, dass dieses fast distanzierte, in-sich-gekehrte, jeder anders empfindet.

Bei aller Pietät und Wertschätzung für die Familie dessen, der auf der Beerdigung die Hauptrolle spielt, steht über dem Tod das große Amen. Dass der Sensenmann kommt, steht seit der Geburt im Stammbuch und ist gewiss, die Frage ist nicht ob, sondern wann!

Jeder Handel ist zwecklos wenn die letzte Stunde geschlagen hat. Und alle schlauen Sprüche, Zitate, salbungsvollen Worte in Kondolenzbüchern oder Lebensweisheiten wie „Alles hat im Leben seine Zeit“ sind meist, „just in Time“, unpässlich. Es war der beste Vater, die geliebte Mutter, Familienangehörige, der treue Kamerad, Freund….

Meist ist Schweigen oder eine stille Umarmung besser. Als mein Schwiegervater und gelernter Schmied im November 2017 mithilfe nachweislich-ärztlichem Fehlverhalten und mangelnder Fürsorgepflicht starb, der in meinem Fleischerfachgeschäft Tag und Nacht für mich erreichbar war wenn die Kühlung streikte, der Wasserhahn tropfte, Strom ausfiel oder die Gas-Bräter repariert werden mussten, mir Unsummen an Kosten und Handwerkerrechnungen ersparte, sagte ich nur beiläufig im Gespräch „…er hat es so nicht verdient“ und da trat ich in ein Fettnäpfchen: „Du blöder Heini -wer hat es schon verdient?“. Das hat gesessen!

Auf Beerdigungen redet man Miteinander – „weißt du noch, damals?“, oder „…was macht eigentlich…?“. Man wird gewahr, was man schon weiß. Dass das letzte Hemd keine Taschen hat, unterhält sich über Gott und die Welt, wie es kommen wird bei den Maläsen im Alter, dem Pflegenotstand, der Vereinsamung und der Altersarmut.

Man redet darüber, wie viel Politiker im Krisenmodus reden, und wie erschreckend wenig sie liefern und dass Gelbwesten, „Friday for Future“, Brexit oder Mietwucher und Enteignungsfantastereien nur Ohnmacht, Lethargie und Wut als logische Konsequenz für  politisches Versagen, Mangelverwaltung und Status Quo längst überfällig sind. Positiv besetzte Begriffe (Gesundheitspolitik, Energiewende, Mobilitätsgarantie) werden verhunzt zur grottenschlechten Klientelpolitik. Und wie kann es sein, dass mit Teleskopen man sehen kann, wenn auf dem Mond eine Kerze angezündet wird oder ein Schwarzes Loch Mutter Erde ins Visier nimmt, während „on Earth sich betriebsblinder Lobbyismus und Egoismus mithilfe Gewerkschaften breit macht und Bahn bricht– der Lohn weniger wird, Miete, Strom, Bahn und Spritkosten steigen und warum und für was eigentlich?“ fragt mein alter Kumpel wie Lieschen Müller und Otto Normalo.

Wie kann es sein, dass meine Arbeit im Firmenfahrzeug oder der Geldtransporter GPS überwacht wird, und in Berlin monatlich über 300 (2017: 4.620 nur in Berlin!) hochpreisige Nobelkarossen geklaut werden und darin kein Versicherungs-Chip verbaut ist? Ist dies nicht vorsätzliche Beihilfe einer Straftat wie der Dieselgate Betrug samt EEGesetz? Mittlerweile geht es in Sachen Glasfaser- und Breitbandversorgung in die dritte Dekade – und dass die Meldung an eine Funkloch-App den Handyempfang wirklich verbessern helfen soll ist nicht nur am 1. April ein Treppen-Witz und eine volksverdummungs-Mär. Hammer! denkt mein Postmann zwischen Tür und Angel laut nach.

Gut dass wir einmal darüber geredet haben – und tschüss bis zum nächsten Mal. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wo und bei wem man sich zur nächsten Beerdigung in schwarzer Kleidung beim Kranzkuchen wieder trifft. Gut, dass es noch Geheimnisse gibt: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ - auch das ist eine alte Binsenweisheit…. Ob`s hilft?