10. Fotokunst-Ausstellung regionaler Künstler: Der Augenblick zählt!

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Fotos UNTEN am Textende. - Kirn. Laudator und Stadtbürgermeister Martin Kilian lobte bei der zehnten Vernissage im Kirner Gesellschaftshaus die Ausstellung „Fotokunst 2019“ von sechs regionalen Künstlern in höchsten Tönen: „Das Format digitale Fotokunst ergänzt und bereichert in wundersamer Weise die bildende Kunst“, sagte er. Kilian animierte die zahlreichen Besucher, auf Entdeckungsreise zu gehen; - die Fotos seien geprägt von künstlerischer Einzigartigkeit und Schönheit. Die erste Fotoshow 2010 hieß "Blende 2010" und wurde von Gerd Deichmeier initiiert, der ein ganzes Jahr die Kirner Feuerwehr begleitete und ein Fotoalbum herausbrachte.

Julia Schmidt aus Bärenbach umrahmte die Vernissage mit Gesang und den beiden passenden Liedern „Torn“ von Natalie Imbruglia und „Photograph“ von Ed Sheeran: Ebenfalls eine gefeierte Künstlerin, die bei der Musikschule Kirn-Meisenheim-Bad Sobernheim Gesangsunterricht bei Jie Li nimmt, und ihre Premiere vor einem Jahr bei einem Ausflug der Musikschule nach Fernost feierte.

Granddame Lilo Laux aus Idar-Oberstein ist zum zehnten Male und von Anfang an mit von der Partie. Ursprünglich kommt sie aus dem Genre der Malerei – hat aber auch das Zeichnen entdeckt und 1993 das Fotografieren begonnen, insofern ist sie mit ihren Fotos immer für eine Überraschung gut. Die gelernte Drogistin präsentiert eine Serie Fotokompositionen, die faszinierend, topaktuell und vielseitig sind. Alle sechs Künstler und Fotografen zeigt Fotos querbeet aus allen Sparten und allen Lebenslagen – quasi alles was vor die Linse kommt. Neben den ausgestellten Exponaten lernten im Foyer weitere ausgewählte Digitalbilder über einen Beamer das „Laufen“ – die Besucher äußerten sich zufrieden, weil für das Auge des Betrachters allerhand geboten war.

Annette Kaiser kommt aus Kirn. Seit 2014 ist die Fotografie ein leidenschaftliches und gepflegtes Hobby. „Jede freie Minute gehe ich in die Natur und lasse mich überraschen, was ich entdecke“, sagte sie. Schmetterlinge, Insekten, Blumen, Spinnen, Schneekristalle oder auch die Milchstraße faszinieren sie, und deshalb präsentierte sie überwiegend Makro- und Naturaufnahmen aus ihrer Heimat und machte sichtbar, woran viele Menschen achtlos vorbeigehen.

Klaus Ruznicki ist Allrounder. 1955 in Idar-Oberstein geboren, lebt der gelernte Maler und Lackierer seit über 20 Jahren in Breitenheim und arbeitet seit 30 Jahren im Bereich der Labortechnik. Er ist Autodidakt, nahm an zahlreichen Kursen, Workshops und Weltreisen teil, wie man im Foyer sehen konnte.  Seine Interessensgebiete sind in erster Linie Flora und Fauna aber auch Portraits von Menschen sowie Bewegung und die Langzeitbelichtung.

Peter Holler ist 1975 in Kirn geboren. Aufgrund eines Arbeitsunfalls mit darauffolgender Arbeitsunfähigkeit schulte der gelernte Maurer zum Fotografen im Berufsförderungswerk Bad Pyrmont um und machte sein Hobby zum Beruf. Fototermine wie Porträt-, Tier-, Kinder-, Babyaufnahmen, Familienbilder und Hochzeiten, nimmt er ebenfalls nach Absprache an und präsentierte in Kirn beeindruckende und kontrastreiche Fotos mit Tiefenschärfe, etwa aus dem Kirner Steinbruch.

Nico Schweig aus Hennweiler überraschte und widmete diese zehnte Ausstellung der Schönheit des menschlichen Körpers. 2009 wurde die Fotografie sein neues Hobby. Schon während seiner Schulzeit am Gymnasium Kirn gewann er durch zahlreiche kreative Tätigkeiten an Bekanntheit - zunächst durch eine Reihe humorvoller Geschichten, die auf realen Ereignissen basierten, und mehrere rein fiktive Fortsetzungen zur Folge hatten. Parallel dazu dichtete er um die 60 Texte bekannter Lieder zu Parodien um und absolvierte ein Studium im Bereich Mediendesign und Gestaltung.

Heinz-Dieter Schardt aus Kirn setzte sehr eindrucksvoll „Gottes schöne Welt und Teufels Werk“ bildnerisch um. Es ging ihm dabei um die Darstellung eines Bogens schön anzusehender Motive ohne größere Aussagekraft, bis zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Aussage von Papst Franziskus „Teufelswerk“ im Zusammenhang mit dem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche. „Idealerweise möchte ich damit zum Dialog mit Besuchern der Ausstellung animieren“ sagte er. „Der Segen hängt schief“ titulierte er ein Foto, bei dem die natürlichen Linien und Konfigurationen zwischen Kreuz, Altar und Kirchenfenster nicht harmonierten.


2019 - Gruppenbild

von Nico Schweig

Laudatio Martin Kilian

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