Meddersheimer Bürger verunsichert über geplantes Neubaugebiet

Kategorie: Bad Sobernheim, Meddersheim, Kreis KH, Nachbarschaft, Lokale News an Nahe und Glan, Leute nebenan, Politik

 

Meddersheimer Leserbrief zum Neubaugebiet: Bürger verunsichert:

Sie haben die unterschiedlichsten Motive und doch gibt es etwas, was sie eint. Eine offensichtlich etwas übereilt getroffene Entscheidung zugunsten des Neubaugebietes „Unter dem Klasteiner Pfad“ in Meddersheim sorgt für Erstaunen und vor allem für Enttäuschung. Die einen fühlen sich regelrecht verschaukelt, da man ihnen bei der Verwirklichung des Lebenstraumes von den „eigenen 4 Wänden“, die ungeeignetste Fläche von ganz Meddersheim verkaufen will. Bei ihnen wächst das Gefühl, dass man sie ins offene Messer laufen lässt: Geräuschemissionen durch die benachbarte, aber dringend benötigte Industrie, durch die überregionale Bahnverbindung Saarbrücken-Frankfurt und durch die B 41, die hier schon jetzt für womöglich krankmachenden Lärm sorgt. Diese Situation wird sich sogar noch verschärfen, wenn der ebenfalls sinnvolle vierspurige Ausbau der Bundesstraße realisiert wird.

Die größte Bedrohung geht bei dem Neubaugebiet aber von einer Gefahr aus, die man jetzt nicht hören kann. Zumindest kann man sie nicht immer hören und wenn doch, dann ist es meistens schon zu spät: Hochwasser. Tatsächlich befindet sich das angedachte Neubaugebiet weitgehend auf den niedrigsten Flächen von ganz Meddersheim. In den Karten nur ein klitzekleiner Streifen, der nicht als hochwassergefährdet eingetragen ist. Da muss man bei der Nähe zur Nahe schon ein mulmiges Gefühl bekommen. Und so stellt sich manch einer die Frage, geht man so etwa mit jungen Familien um, die einfach nur in gesunder Umgebung leben und vielleicht auch ihre Kinder großziehen wollen?

Fragen stellen sich aber auch andere Bürger von Meddersheim. Sie mussten aus der Presse erfahren, was man aus ihrem Eigentum machen will. Sie sollen es verlieren, damit das fragwürdige Neubaugebiet überhaupt erst entstehen kann. Darin sehen nicht nur die Betroffenen fehlendes politisches Feingefühl.

Überhaupt sind viele Meddersheimer enttäuscht. Würde das Neubaugebiet Wirklichkeit werden, ginge es einher mit der Zerstörung der Meddersheimer Visitenkarte, nämlich dem Blick auf die Berge im Westen und einem villenähnlichen Haus, quasi am linken Bildrand. Für die Meddersheimer nicht irgendein Haus, zeigt es doch kunstvoll und erhaben das Wahrzeichen Meddersheims, den rot gekleideten St. Martin, der einem auf der Erde sitzenden Bettler hilft. Ein schöner „erster Eindruck“ von Meddersheim. Noch.