Monzingen: Bei ("Pflicht"-)Einwohnerversammlung immer geglänzt. Teamplayer Eckert & Steinbrecher sagen wie alte Eheleute Arrivederci-die Bürger Chapeau!

Kategorie: VG Sobernheim, Bad Sobernheim, Monzingen, Allgemein, Nachbarschaft, Lokale News an Nahe und Glan, Leute nebenan, Politik

 

CoolZunge rausFotos Textende anklicken: Monzingen. Nach einer Gemeinderatssitzung und tags darauf bei einer gut besuchten Einwohnerversammlung verabschiedeten sich „Ob“ Hans-Jürgen Eckert und Erster Beigeordneter Karl-Heinz Steinbrecher von der kommunalpolitischen Bühne: „Wir waren ein gutes Gespann wie eine alte Ehe. Es war eine schöne Zeit. Danke allen für das gelebte Ehrenamt und für die vielen Arbeitseinsätze“, rief Eckert unter dem Beifall aller Anwesenden aus.

Neben einem 12-Punkte-Programm über das Geleistete wurden Kritik über Kuriositäten und bürokratische Bremsklötze laut. Eckert nannte das neue Kindertagesstätten-Gesetz mit dem „Hire & Fire“ -Tagesmonotoring bis hin zur Personalkostenrückerstattung. Grotesk und unbefriedigend sei die Spielplatzsituation, wo man ständig nach jeder Prüfung nachjustieren müsse, weil jeder Kontrolleur Neues inpetto hat. Der Spiele-Turm war 8 Zentimeter zu hoch: "Wie haben wir früher nur überlebt?", dachten Anwesende laut nach. Bürger echauffierten sich über abgestellte alte Autos im Ort und Tretminen im Entrainspark und forderten wie etwa Dieter Herrmann ein Hundeverbot, weil der Park von Wanderern und Touristen stark frequentiert werde.

Warum und für was und wen Hinweis- und Verbotsschilder aufstellen, wenn Bürger sie ignorieren und sogar zuhängen? AltVG-Wehrleiter Steinbrecher berichtete von einer maroden Brücke, die Lkw`s mit dem fünffach-zulässigen Gewicht passierten, weil das rote Schild „7,5 t“  zugehängt war. Überhaupt laufe das Thema Brückenkataster aus dem Ruder: 666.000 Euro soll die Sanierung der Brücken im Ort kosten, plus Planungs- und Gutachterkosten. Braucht man rudimentäre Brücken oder muss man sie sperren?

„Es grummelt in der Bevölkerung. Mehr Schwung muss nach den Wahlen `rein. Viele Entscheidungsträger haben innerlich gekündigt. Ordnungswidrigkeiten nehmen in dem Maße überhand, wie es an Kontrollen fehlt“, forderte der frühere „Hilfs-Polizist“ Hans-Jürgen Eckert das Ordnungsamt auf, stärker Präsenz zu zeigen und zu kontrollieren: Was für Bad Sobernheim gelte, müsse für alle 19 Orte der VG sichergestellt sein.

Der Blick war in die Zukunft gerichtet: Nach Paragraf 13b Baugesetzbuch zum beschleunigten Verfahren für die Wohnbauentwicklung im Außenbereich sind auf Ebenhöh im Bereich „Auf der Ley“ parallel zum Soonwaldblick auf 1.6 Hektar von zwei Grundstückseigentümern etwa 16 Bauplätze geplant: Kosten etwa 1,080 Millionen Euro. Der Bedarf muss nachgewiesen werden; - es besteht Bauverpflichtung, drei Bewerber gibt’s aktuell.

In Sachen Bauhofumbau liege man dank enormer Eigenleistung im Kostenrahmen – inklusive Zaun und Tor reichten die geplanten 98.000 Euro aus. Weil hier Gemeindearbeiter eingebunden sind, konnten die Vorarbeiten zum Toilettenbau auf dem Friedhof und die Rüttelproben an den Grabsteinen noch nicht durchgeführt werden. „Das Wiesengrabfeld ist gelungen. Unsere Friedhofskultur lebt – danke den Landfrauen für die gespendeten Bänke“, bilanzierte das Dorfoberhaupt. In der Kita gebe es einem Top-ausgestatteten Vorzeige-Werkraum für die Kids – die Sirene müsse zwingend einen anderen Platz erhalten.

Stichwort Stadtsanierung: Sie läuft Ende des Jahres aus – hier müsse der neue Gemeinderat sich um Alternativprogramme kümmern, denn für den Ortskern müsse quasi „eine Art umfassende Flurbereinigung betrieben werden. Hier ist Entwicklungsgebiet“, sagte Eckert, der für die Ortskernsanierung plädierte, junge Leute im Ort zu halten, den ÖPNV und die ärztliche Versorgung zu stärken. Die Abrechnungseinheiten in Sachen Erschließungs- und Ausbaubeiträge der Straßensatzung sei neu zu fassen. Der Umbau der Gemeindescheune zu einem Kulturhaus konnte nicht realisiert werden und blieb für den neuen Rat liegen. Im Etat stehen 22.000 Euro für die Modernisierung der Festhalle (barrierefreier Zugang und Toilette). Aber Achtung: Bestandsschutz! In Sachen Finanzen verzerrten Gewerbesteuereinnahmen antizyklisch das Ergebnis, informierte Eckert. 2014 habe die Gemeinde 435.000 Euro Schulden gehabt, 2015, ein Jahr später, Null. Aktuell nannte er „nicht beängstigende“ 280.000 Euro im Minus, warnte jedoch vor Konjunktur- und Gewerbesteuereinbruch und zählte Investitionen in Festhalle, Rathausdach, Bauhof, Rasentraktor, Baumkataster und Kita auf.

Zum Foto: Das Quartett an der Gemeindespitze stand seinen Bürgern bei der jährlichen Einwohnerversammlung Rede und Antwort. Es seien gute Jahre gewesen, zollten die Bürger Lob: Erster Beigeordneter Karl-Heinz Steinbrecher (links) und Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Eckert sagten Tschüss, daneben im Bild die Beigeordneten Christel Hoseus und Heiko Leister (rechts).


Siehe Ende Text

Monzingen

Rathausdachsanierung

Flurbereinigung mit...

K.H. Steinbrecher vor Ort