Kelvions Know-how & High-Tech, Nachfolger von R&G in Monzingen boomt!

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Monzingen. Im Anschluss an seine Stippvisite bei der 33 Millionen-Euro Ortsumgehung „B 41 Hochstetten-Dhaun“ am 6.August 2019 wurde der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Volker Wissing (FDP) im Monzinger Industriegebiet bei der Firma Kelvion von der kompletten Geschäftsleitung um Geschäftsführer Marvin Christ, der FDP-Kreisspitze um Thomas Bursian und dem Monzinger Ortsbürgermeister Klaus Stein erwartet. Grund: Das Unternehmen ist an einem im September 2018 gestarteten, dreijährigen bundesweiten Forschungsprojekt mit einem Gesamtbudget von 32 Millionen Euro zur Nutzung methanbasierter Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen („Power-to-Gas“) beteiligt.

Das 1948 von Renzmann & Grünewald in Weinheim gegründete Unternehmen zog 1959 nach Monzigen und wurde zehn Jahre später (1969) in die 1920 gegründete GEA-Gruppe eingegliedert. Der Name Kelvion ist eine Hommage an William Thomson oder Lord Kelvin, der Physiker auf den Gebieten der Elektrizitätslehre und der Thermodynamik war; - entsprechend stellt das Firmenlogo einen Wärmetauscher dar. Kelvion feiert 2020 sein 100-Jähriges.

Weltweit werden auf allen Kontinenten in 67 Standorten 5000 Mitarbeiter beschäftigt, produziert wird in 14 Ländern. In Deutschland befinden sich mit Monzingen und Herne, nahe Leipzig und bei Hannover vier Standorte. In Monzingen werden 125 Mitarbeiter beschäftigt, darunter sechs Auszubildende. Mit einer Dualen Hochschule besteht eine Kooperation – „zuweilen bestehen beim Rekrutieren von Mitarbeitern Schwierigkeiten, aber unsere Mitarbeiter bleiben uns über Jahrzehnte treu“, informierte Geschäftsführer Marvin Christ.

75 Prozent des Jahresumsatzes von über 800 Millionen Euro werden in Europa und Asien generiert – primär ist das Kelvion-Portfolio weltweit führender Anbieter von Wärmetauschern und in vielen Industrien der Kälte- und Wärmetechnik, in den Sparten Öl, Gas, Chemie und Lebensmittel beheimatet. Kelvion-Bauteile sind in jedem ICE Siemens Velaro Hochgeschwindigkeitszug verbaut - Kelvion war am chinesischen Drei-Schluchten-Staudamm mit 39 Milliarden Kubikmeter Wasser beteiligt.

Die Kelvion-Tochtergesellschaft Machine Cooling Systems GmbH (Monzingen) ist Industriepartner beim Leitprojekt MethQuest. Ziel dieses Projekts ist es, neue, umweltfreundliche, bezahlbare und praktikable Technologien für Teilbereiche einer erfolgreichen Energiewende zu entwickeln und so die Treibhausemissionen erheblich zu reduzieren.

Dazu soll mit Strom aus erneuerbaren Energien im sogenannten, ökonomischen „Power-to-Gas“ -Verfahren Gas erzeugt und als Kraftstoff verwendet werden, um fossile Brennstoffe zu substituieren. Das auf drei Jahre angelegte Leitprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit rund 19 Millionen Euro gefördert und von Rolls-Royce Power Systems und der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) koordiniert. Insgesamt arbeiten 27 Partner aus Forschung, Industrie und Energiewirtschaft an entsprechenden Lösungen, informierte Kelvion-Experte Alexander Gernhardt.

Damit die methanbasierten Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen möglichst schnell in mobilen und stationären Anwendungen genutzt werden kann, ist MethQuest in sechs unterschiedliche Verbundvorhaben aufgeteilt: Die Kelvion Machine Cooling Systems GmbH ist Partner im Bereich MethMare. Bei MethMare werden zwei verschiedene Konzepte für schnelllaufende und dynamisch betreibbare Gasmotoren für die Schifffahrt detailliert betrachtet, um die technologische, ökologische und wirtschaftliche Machbarkeit nachzuweisen und umzusetzen. Das Ingenieur-Team von Kelvion ist bereits im maritimen Gebiet sehr erfolgreich und entwickelt und baut für dieses Projekt nach dem „FlexFuel-Konzept“ am Firmenstandort Monzingen einen neuartigen Doppelrohr-Sicherheitswärmetauscher.

Durch seine doppelte Wandung wird das sicherheitstechnisch relevante Vermischen der Medien, zwischen denen die Wärmeübertragung stattfindet, zuverlässig verhindert und dadurch optimale Betriebssicherheit erreicht. Für MethMare wird ein Typ entwickelt, der besonders in hohen Druckbereichen mit kritischen Medien zuverlässig und effizient arbeiten soll und quasi Problemlösungen einer verbesserten Umwelt darstellt, erklärten Jens Wichmann und Jürgen Venter vom Monzinger Unternehmen.

Minister Wissing zeigte sich sehr interessiert – und referierte selbst sehr lebhaft  20 Minuten lang aus seinem Tätigkeitsfeld aus allen Bereichen vom autonomen, führerlosen Fahren, der Verkehrsinfrastruktur von Bus und Bahn bis zum GPS gesteuerten Landwirt und lobte, wie wichtig und effizient dieses Monzinger Projekt für Schiffsmotoren in der Binnenschifffahrt ist.

Zu den Fotos: Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen waren Pflicht! Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Volker Wissig informierte sich bei Kelvion in Monzingen über ein bundesweit gefördertes Forschungsprojekt zur Nutzung methanbasierter Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen („Power-to-Gas“).