MannOmann in voll besetzter St.Matthäuskirche: "Groß o Herr...!"

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Bad Sobernheim. Von der ersten Silbe an sangen sich der Chor MannOmann ebenso wie die charmante und bezaubernde Koloratursopranistin Marika Dzhaiani in die Herzen der restlos begeisterten Zuhörer, die trotz strömenden Regen dem Konzert in St. Matthäus beiwohnten und die Kirchenbänke bis auf den letzten Platz füllten. Zurücklehnen und genießen war angesagt.

Das Eingangslied „Groß sind, oh Herr…!“ aus seiner Hymne war eine Hommage an den naheländischen Komponisten Rudolf Desch (1911-1997) und so wollten es Solisten und Leiter Gerhard Wöllstein als Konzertmotto verstanden wissen. Profunder und blühender Conférencier des Abends war Mannomann Gottfried Weber, der an die Schaffenskraft des Professors und seine 493 registrierten Titel in der deutschen Nationalbibliothek erinnerte.

Wie aus einem Guss interpretierte MannOmann „Lux aeterna“: Diese lateinisch formulierte Bitte nach ewigen Licht für Verstorbene wird meist in der heiligen Messe zur Kommunion gesungen. Ebenfalls in der katholischen Liturgie einer Vesper tief verwurzelt ist Mozarts 1785 komponiertes „Laudate dominum“: Die in Georgien gebürtige Sopranistin meisterte brillant diesen Psalm 117 - Gerhard Wöllstein als kongenialer Pianist begleitete dezent-gefühlvoll. „Höre mein Rufen“ war ein weiteres textstarkes und spirituelles Lied von Mannomann, dessen religiöse Überlieferungen aus dem Alten Testament denen der Sklaven im 17. Jahrhundert ähneln und vom Leben der „geschundenen Menschen, ihrer Hoffnung und dem Glauben an Gott erzählen“, wie Gottfried Weber einstimmte.

Ein weiterer Block mit drei Liedern war der heiligen Maria, der Mutter Jesu, dem Grundgebet in der katholischen Kirche gewidmet: „Sancta Maria“ folgte zweimal das „Ave Maria“, beide hingebungsvoll und mit höchsten Schwierigkeitsgraden geradezu zelebriert: Einmal in der Fassung von Franz Biebl im siebenstimmigen Chorsatz mit den Solisten im kleinen Chor, Rene`Mühl, Bernd Wagner und Heiko Schneider, gefolgt von dem bekanntesten Ave Maria Klassiker mit Marika Dzhaiani in der atemberaubenden Version von Franz Schubert mit Klavierbegleitung von Gerhard Wöllstein. Drei Mal ein Hörgenuss, brillant intoniert und alle drei Interpretationen mit Beifallsstürmen gefeiert.

Der Mittelteil wurde mit drei Sätzen für Männerchöre eingeläutet: Beim geistlichen „Beati mortui“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy aus der Offenbarung des Johannes „Seelig sind die Toten, die dem Herren sterben“ wollten die Männer keinen Applaus, sondern symbolisch innere Einkehr, „denn wenn die Sonne des Lebens untergeht, leuchten die Sterne der Erinnerung“, heißt es da.

„So nimm denn meine Hände“ mit dem grenzenlosen Gottvertrauen, das sowohl bei Hochzeiten wie bei Beerdigungen als Ausdruck größter Ehrerbietung gesungen wird und „Wandrers Nachtlied – über allen Gipfeln ist Ruh“ von Rudolf Desch gehörten in diesen Kontext. Weitere Sahnehäubchen des bis in die Haarspitzen hochkonzentriert und leidenschaftlich-singenden Ausnahmechores waren das englische Kultlied „The Water ist Wide“, das temperamentvolle und voluminöse südafrikanische „Tshotsholoza“ - und von Marika Dzhaiani „Think of me“ von Andrew Lloyd Webber.

Mit der Brücken bauenden Softrock-Ballade „Bridge over troubled Water“ aus der Feder von Paul Simon beendete Mannomann sein Kirchenkonzert und erntete erneut stehende Ovationen. Für den Hausherrn dankte Susanne Dieter: „Mann o mann, heute habt ihr uns als Ohrenschmaus eine ganz neue Seite aufgezeigt. Ihr seid jederzeit gern willkommener Gast!“, rief sie aus: - vor zwei Jahren feierten die Männer an gleicher Stelle Kirchenkonzertpremiere. Und wenn die Zuhörer, die im strömenden Regen kamen, in solch prachtvoller Kirche im Trockenen sitzen, wollten sie noch lange nicht nach Hause gehen und wurden belohnt. Eine der gefeierten und akustisch-klangvollen Zugabe, stimmlich in höchsten Sphären der Sopranistin Marika Dzhalani angesiedelt, war der Erkennungspart des Vilja-Liedes aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar. Weitere Zugaben: Das herzbewegende Liebeslied „Loch Lomond“ mit dem Oberhauser Solisten Marcus Gabriel und ein englisches Schmankerl. „Solch epochales Liedgut berührt auch unsere Herzen und die Seele“, äußerten die Sänger Diethelm Stallmann (Langenthal) und Hans-Jürgen Eckert (Monzingen).

Zu den Fotos: Das stimmungsvolle brillante und textstarke MannOmann Konzert in der proppenvollen St. Matthäuskirche mit Sopranistin Marika Dzhaiani war ein gesellschaftliches und gefeiertes Ereignis am Sonntagabend in der Felkestadt.