Creativhaus in Heimweiler ist eine Wucht und Publikumsmagnet!

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ÜberraschtKüssendÜberrascht Fotos UNTEN Textende. Heimweiler. Das 350 Jahre alte Haus Gerhardt in der Heimweiler Hauptstraße 73 öffnete vor Jahresfrist zum ersten Creativhaus im Kirner Land und ist nach Art und Umfang über die Woche als geöffnetes Cafe` ein Blickfang und Eyecatcher: „Ach ist das schön hier – alles liebevoll und traumhaft arrangiert. Das Haus und die Idee sind eine Wucht!“ lobte Ausstellerin Antje Drumm aus Wickenroth am Sonntag beim Tag der offenen Tür. Die stets gut frequentierte Nähstube mit farbigen Wollsachen, hübschen Accessoires oder Handtaschen, Handschuhen oder Schals erinnerte mehr an einen orientalischen Basar.

„Hier will ich wohnen und leben – das alles erinnert mich an zu Hause und meine Kindheit!“, rief die Kirner Postfrau Silvia Moser aus Berschweiler aus, die mit einer Clique ganz fasziniert war, sich Zeit nahm und wiederkommen wird. „Ich bin lebendes Inventar hier – es ist so heimelig hier, wie man den musealen und nostalgischen Charakter der Utensilien und Gerätschaften heute nur noch im Museum bestaunen kann“, bekräftigte Maria-Theresia Ulrich, die aus Fohren-Linden aus der VG Baumholder anreiste und köstliche Zimtwaffeln im Waffeleisen backte. Überall fand das Auge halt und im Hof vor der großen Scheune reichten lodernde Holzscheite in einem Blechfass, die Atmosphäre zu untermalen.

Am Sonntagnachmittag 10.11. 2019, war viel los, da menschelte es, da konnte die 47-jährige Hausherrin, Do-it-yourself-Heimwerkerin und Tausendsassa Nicole Gerhardt viele nette und liebe Leute aus Hundsbach, Jeckenbach oder Desloch in ihrem antiquierten Kleinod begrüßen: Vor gut 25 Jahren fuhr sie das Meddersheimer Fleischerauto von Haus zu Haus über die Dörfer und bediente die Kundschaft, und als sie dann einmal zur Toilette musste, standen ihr die Haustüren überall sperrangelweit offen und einen heißen Kaffee oder ein nettes Gespräch gab es gratis obendrein. So etwas prägt, so etwas bleibt ein Leben lang unvergessen.

Ehemann Günther Gerhardt stellte das Gesellige und das Miteinander im Dorf heraus - in Heimweiler werde Integration gelebt, sagte er, und alle die da waren, seien vom Angebot her begeistert bis fasziniert gewesen. Was Suhad Khudair aus der Nachbarschaft „Im Teich“, drei Häuser weiter, an kulinarischen, arabischen Köstlichkeiten wie etwa gefüllten Blätterteigteilchen (Börek), Falafel mit selbstgemachter Joghurtsoße oder Hummus Bil Tahini anbot, kam an und erfreute sich größter Nachfrage. „Alles Hausarbeit und von Hand gemacht“ hörte man sowohl im „Cafe` für schöne Momente“ beim Kuchenangebot oder ein Stockwerk höher: „Auf dem Speicher ist schon Weihnachten“ - lud die handgeschriebene Kreidetafel ein, und da wartete adventliche Vorfreude mit duftendem Tannengrün - Lichterglanz vertrieb graue Novembertristesse: Auch hier konnte man beim Handwerken zusehen, etwa wenn Annemarie Rheinländer aus dem Ort Gefilztes erklärte oder himmlische Weihnachtsdeko bastelte. Hier war die Ausstellung von kreativen hölzernen Kunstwerken von Marlene Theobald aus Bärweiler zu sehen, und hier erwartete Harald Huck seine Stammkundschaft: Ab 1987 war er 23 Jahre in einer Hochphase örtlicher TuS-Vorsitzender, und als er 65 Jahre wurde, kaufte er sich eine Drechselbank: „Der Mensch muss eine Aufgabe und Spaß daran haben“, sagte er, und die wurde bei den filigran-herausgearbeiteten Kunstwerken, insbesondere bei Weihnachtsdeko oder windgeschützten Kerzenhaltern sichtbar.

Zwei Tage lang unterhielt das Duo „Si Vinum Musica“- ging von Tisch zu Tisch, ins Besuchercafe, oder spielte in der Scheune unplugged, stimmungsvoll und ungezwungen Gassenhauer oder mittelalterliche Musik und unterhielt die Gäste aus dem Genre irische Folksongs wie beispielsweise „Molly Malone“. Das Ehepaar Petra Stuber und Hans-Dieter Karst wohnt in Wallhausen und ist  bekannt aus der Schinderhannes-Räuberbande – am 27. September sagten sie „Ja“ zueinander und heirateten auf Schloß Wartenstein. .

Zu den Fotos: "Si Vinum Musica" aus Wallhausen. Und: Das Creativhaus in Heimweiler lud Freunde und Bekannte ein, die Familie Gerhardt mit Nachbarn und Freunden waren gute Gastgeber. Alte abgeschliffene und aufgepeppte Möbel im Shabby-Chic und Vintage-Charme dominieren – das Auge findet hier überall halt.