Erinnerungen an die USA - Make America Great Again wird zum Nightmare

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Fotos unten anklicken - Mit Erschrecken schaut die ganze Welt und stürzen sich alle Sender darauf, was der maßlos überschätzte 45.US Präsident gerade grazy so treibt, twittert und omnipräsent vom Stapel lässt. Soviel PR und mediale Aufmerksamkeit hat nie zuvor jemand verdient. Staatsprobleme? Nebensache! Global wird es am Ende des Tages ein böses „Worst-Case-Szenario“ geben, weil alle Kontinente im Glashaus auf Schulden sitzen, glaubt man Dutzenden Online-Portalen, Theorien und Verschwörungen. Das Coronavirus kommt als Parameter hinzu.

Reisen bildet – und wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Hier und heute in diesen Tagen beschleicht 20 Jahre nach einer USA-Reise eine kleine Reisegruppe von der Nahe in „Big Old Germany“ ein ungutes Gefühl. Gerade in Coronazeiten, jetzt im ersten Halbjahr 2020, beschreiben solche Verbe oder Begriffe wie „ENTSCHLEUNIGEN“, „SOCIAL DISTANCING“, „MASKENPFLICHT“ oder gerne auch „LEBENSMITTEL“ punktgenau, was gemeint ist und wie fragil unser Alltagsleben geworden ist. Alles auf Anfang. Betroffen sind alle.

Ja, Reisen bildet: Insofern war ein Amerikabesuch vor genau 20 Jahren in den 29. „US-Sunshine State“ Florida, nach Miami, Tampa, Orlando bei Willy Nelson und den Bellamy Brothers, Walt Disney und Sea World mit Universal Studios, Cape Canaveral mit Kennedy Space Center, nach Key West oder in die Everglades in Nachhinein ein bleibendes Erlebnis.

Damals vor 20 Jahren gab es noch keine flächendeckende Gesundheitsversorgung. Nur Schwarz und Weiß, Arm und Reich, und doch erlebte unsere Rundreisegesellschaft auch abseits der Reiseroute nur fröhlich-positiv gestimmte, gastfreundliche Menschen. Wie überall auf der Welt gab es Areale, die man meiden sollte. Andere Länder, andere Sitten. Fünf Beispiele, fünf gravierende Erinnerungen. Unsere damalige Bank stattete uns mit 50 und 100 Dollarscheinen aus. Nur: Die wollte keiner haben. Ob bei McD, Starbucks, Pizza Hut, KFC oder Burger King: Annahme nur maximal 20 Dollarscheine oder Kreditkarte!

Zweite Erkenntnis der Reisegesellschaft war, wie klein und unbedeutend Deutschland in der Welt und bei den Amis ist. Außer bei den Soldaten: Wenn man irgendwo in der Welt einen GI ((steht für `Galvanized Iron`= „verzinktes Eisen“)) trifft, findet man einen Freund und strahlen seine Augen. Denn K-Town (=Kaiserslautern), Baumholder, Schweinfurt, Ramstein und Landstuhl haben bei den „Dougboy´s“ einen ganz hohen Stellenwert. Dann machen sie aus ihrer offenen Empathie uns Deutschen gegenüber keinen Hehl.

Klein und unbedeutend sind wir Deutsche deshalb: Als wir damals, im Jahr 2000, einen 1.000 D-Mark Schein wechseln wollten, besahen und prüften drei Bankangestellte den Geldschein, wälzten Kladden doppelt so dick und groß wie die Bibel, bis sie ihn gefunden hatten. Wohlgemerkt in Miami. Umgerechnet erhielten wir dann deutlich weniger als 750.- D-Mark in Dollarnoten zurück.

Die Amerikaner sind überaus nett und höflich: „You wellcome“ begrüßt jede Verkäuferin, „A wonderful Day“ oder eine nette Zeit wünschen alle, was auch am „Tip“, am Trinkgeld liegen dürfte, auf die alle überall wegen dem niedrigen Grundgehalt und Preisniveau angewiesen sind. 15 bis 20 % Tip werden erwartet.

„Please wait here“ (Bitte warten sie hier) – heißt es in den USA bei jedem Restaurantbesuch. Dann kommt der Ober und begleitet den Gast an den Tisch. Sonst kann es möglich sein, dass man noch einen Tag später im Lokal ansitzt und nicht bedient wird… Die meisten haben mehrere Jobs, ein Polizist trifft man als Tellerwäscher oder als Security vor Banken und Geschäften, der Cop darf dann sein Dienstauto dabei haben.

Stichwort Alkohol. Jede Menge gibts. Aber im Umkreis von 30 Meter rund um den Wal-Mart oder die Shopping-Mall durfte er im Jahr 2000 nicht getrunken werden und wird in braune Papiertüten gehüllt. Alkoholverkauf an „Jugendliche“ unter 21 Jahren war verboten, obwohl diese mit 18 Volljährig und mit 16 (in Begleitung) Auto fahren durften. Rauchen in der Öffentlichkeit? Nein, ein absolutes No-Go!

Der amerikanische „Way of Life“ war nicht so sehr mit Steinen, Kriegen und Kollateralschäden so gepflastert wie der Deutsche – noch immer ist die Rassendiskriminierung nicht überwunden. Aber für alle Amis gilt: „Bigger is Better“, und „on Top“ (obendrauf). Der Ami liebt sein großes Auto, „Big Wheels“, einen dicken Hund, seine kräftige Frau, auch einen „Big Mäc“ - das XXXL-Essen muss „Fast, Easy & Appetizing“ sein und er weiß: „Nothing is free“ – nichts bekommt man geschenkt, nichts ist umsonst. Das erklärt einiges, egal wie. Hauptsache: Make America Great Again...