Essay: Der Meddersheimer Autor, "Bacchus" & Winzermeister Eckhard Schlarb nimmt Bezug auf einen in der RZ-erschienenen Bericht über die Trockenheit im Land

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Von: Eckhard Schlarb - im Mai 2020

FOTOS txtEnde anklicken. Betr.: Trockenzeit Bez.: Artikel vom 15.5. 2020, RZ Nr. 113 Seite 3.  Rheinland-Pfalz sitzt auf dem Trockenen: RLP sitzt nicht auf dem Trockenen! Rheinland-Pfalz wurde zum „Trockendock“ ausgebaut! Vorsätzlich! Hydrogeologisch von allen Planungsbehörden kommentiert und argumentiert!

Beispiel-Tatort Meddersheim: Alle(!) seit 1983 in den Flurbereinigungen (mit Sicherheit auch anderenorts in vielen vergleichbaren Verfahren) angelegten Vorflutgräben aus Höhenlagen um und über 400m runter auf Bachtalniveau von 150-180m sind ohne jegliche funktionierende Wasserrückhaltung also mea. massive Umweltvergehen.

Die an gleicher Stelle intensivierte Trinkwasserförderung aus 120 m Tiefe in der vollen Schüttung des Grundwasserleiters sowie die Ausbeutung des alten Ortsbrunnens für das Gewerbegebiet Sobernheim ergänzen die wissentliche / wissenschaftliche Landschaftszerstörung.

Erstaunlicherweise war ich scheinbar der: „sie sind der Einzige“ der diese, ich nenne sie Umweltverbrechen, beschwert und auch in mehreren Verfahren unter anderem an Obergerichten beklagt hat. Geändert wurde bis heute leider nichts. Lediglich wurde die geballte Fachkompetenz der Landesinstitutionen zur Abwehr meiner Klagen, nicht jedoch zur (Über-) Planung der Verfahren genutzt. Der immer schneller anschwellende Altenbergerbach vor unserem Haus, die Nahe … und ihr ebenso schnelles annäherndes Trockenfallen legen mehrmals jährlich Zeugnis ab.

Es geht mir nicht um die Schelte! Sondern um die notwendige Bewusstwerdung! Der Umgang mit Wasser erfordert ein elementares Umdenken in alle Bereichen in denen fließendes und stehendes Wasser eine Rolle spielt. Wasser ist mehr als ein Ableitungsproblem! Praktisch jeder Regentropfen der ans Fließen kommt, jeder Trinkwassertropfen, der die Leitung verlässt wird genau in diesem Moment erst zu Abwasser und in kurzer Zeit zu Salzwasser. So wie auch jeder Tropfen Süß-Schmelzwasser der Gletscher zu Salzwasser wird

Die Weinlandschaften der Nahe, Rheinhessens und Teilen der Pfalz mit etwa 550Ltr./ m² und Jahr gehören zu den sommertrockensten Landschaften in Deutschland.

Ausgetrocknete Böden können erst nach langer Befeuchtung Niederschläge aufnehmen.

Es wäre also an der Zeit neben dem vordergründigen Grundwasserschutz der ausgewiesenen Wasserschutz-Gebiete, sinnstiftende Maßnahmen der Grundwasserneubildung zu planen, zu fördern, auszubauen.

Im Idealfall können, meiner Meinung nach, kleinräumige flächenhaft in den Höhenlagen geschaffene Versickerungs-Kleinpolder, Ablaufverzögerungen, Versickerungsanlagen der Niederschläge die Gefahr von Überflutungen zumindest soweit verringern, dass die Schäden überschaubar blieben. Grundwassergewinnung ist aktivierter, passiver Hochwasserschutz!

Wir Steilhangwinzer leben diese Vorgehensweise seit eh und je, in dem wir quasi jeden Regentropfen in der Fläche zur Erosions-Vermeidung am Abfluss hindern.

Flutwasserschäden können nur wirksam verhindert werden wenn am Ort des Niederschlages das Wasser gebunden, festgehalten wird. Kommen Mengen an Wasser ans Fließen, wie das bisher durch Vorfluter und Grabensysteme vorrangig erfolgt, sind im Bach- oder Flusstal Schäden Programm.

Sinnvolle Niederschlagsrückhaltung auch in der kleinstgliedrigen Form von Zisternenanlagen ist effektive Grundwasser- und gleichzeitige Flutschadensvorsorge überhaupt.

Neubaugebiete ohne Zisternenpflicht und dezentrale Versickerung dürften aus genannten Gründen nicht mehr genehmigungsfähig sein.

Die im Artikel beschriebene Erschließung neuer Grundwasserleiter oder Zuleitungen aus anderen Gebieten mögen Wasserwerker beruhigen und Ökonomen Freude bereiten. In meinen Augen wird dadurch jedoch aus geübtem Unwissen eine Vorsatztat. Das sollte nach den § der Umweltschutzgesetze als Straftatbestand belangt werden.

Zu den dauernden offenen und latenten Vorwürfen gegenüber den verschiedenen Formen der Landwirtschaft und den angelasteten Schadstoffeinträgen folgendes:

Unter anderem aus der Mineralwasserförderung ist bekannt, dass bei vermehrter Wasser- Förderung, die Belastung mit Schwermetallen usw. ansteigt. Höhere Förderung = höhere Saugkraft / Fließgeschwindigkeit im Grundwasserleiter. Die erhöhte Fließgeschwindigkeit führt zum Mitreißen von Elementen aus der Bodenlösung die ansonsten an Ort und Stelle verblieben.

Höhere Förderung von Trinkwasser bewirkt natürlich auch einen unverhältnismäßig hohen Saugdruck nach Oben hin zur Oberfläche. Die Versickerungsgeschwindigkeit wird erheblich beschleunigt. Das führt logischer Weise wiederum zum mitreißen jeglicher Bestandteile aus der oberflächennahen Bodenlösung.

Es hatte z.B. nur 3Jahre gedauert bis eine seit Menschengedenken dauernasse Talauenwiese „unter der Mühlhalde“ nach der Inbetriebnahme des Tiefbrunnens trocken war.

Trinkwasservorsorge kann nur erfolgen durch:

-    Trink-Wasser sparen!!!

-    Generelle Niederschlagsrückhaltung in allen Höhenlagen = Grundwassergewinnung + aktiver Hochwasserschutz

-    Regenwasser- und Grauwasserbewirtschaftung in großem Stil wie an vielen Orten der Welt praktiziert

Trinkwasservorsorge ist: Schutz der Natur vor Verkarstung, vor Waldsterben.

Vorsorge zur Sicherung der Nahrungsversorgung und intaktem Naturhaushalt, sowie

grundsätzliche Bedingung für lebens-und liebenswerte Landschaften.

Ist aktiver Klimaschutz.


Zwischen Meddersheim & Kirschroth Kreisstraße

Förderung in Limbach: Quellgebiet für Kirner Land

Kirn Stadt und 20 Orte verbrauchen im Jahr 780.000 m³

Lage: Hochwassersituation in Meddersheim