Meddersheim will weder Wall noch Wand - Abendfüllende Ratssitzung - Viele Baustellen im Ort - Barrierefreier Rundweg ist keiner, eher Schildbürgerstreich

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Fotos am TEXTende anklicken! - Meddersheim. Die Aufstellung des Bebauungsplanes „Unter dem Klasteiner Pfad“ war nicht gut vorbereitet und entpuppte sich bei der jüngsten Ratssitzung als eine „schwere Geburt“ und war abendfüllendes Thema. Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk informierte über VG-Werke-Pläne, die noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Sie ließ ausdrücklich Fragen von Bürgern und Kaufinteressenten zu, denn es gelte, Anregungen zum Neubaugebiet zu sammeln. 43 Interessensbekundungen für die 41 Bauplätze mit einer Grundstücksgröße von 565 bis 850 Quadratmeter liegen vor – das Dorfoberhaupt forderte bei einer nächsten Vorstellung den Sachverstand und die Teilnahme des VG-Bauamt ein.

Den städtebaulichen Vorentwurf des reinen Wohngebietes stellte wie schon Anfang Februar 2020 Dennis Behrami vom Bopparder Planungsbüro Stadt-Land-plus vor – die Kreiselplanung sei noch in der Abstimmung mit dem Baulastträger. Am Donnerstagabend ging es im Kern um den Lärmschutz. Zunächst wurde von Ingenieurin Sandra Strünke-Banz von einem Schalltechnischen Beratungsbüro aus St. Wendel die gesetzlichen Dezibel-Vorgaben vorgestellt und wie Lärmpegelminderungen erreicht werden können. Immerhin passieren nach Verkehrszählung im Jahr 2015 täglich 5.000 Fahrzeuge die L 232. Zwei Varianten wurden vorgestellt: Entweder eine 210 Meter lange Lärmschutzwand in variabler Höhe, ähnlich wie in Waldböckelheim. Kosten bei vier Meter Höhe pro Quadratmeter 500 Euro, insgesamt bis 410.000 Euro. Oder ein Lärmschutzwall. Hier wurde die Summe von 250.000 Euro bei einer Höhe von drei Meter und knapp 300 Meter Länge genannt. Allein über diese Versionen wurden zweieinhalb Stunden lang kontrovers debattiert, weil dem Rat nichts zur Vorberatung vorlag. Und: Wer soll das bezahlen? „Optisch eine Katastrophe für Meddersheim“ war zu hören, der hohe Wall, egal wie, wäre abschreckend, die Barriere nicht einladend und gegenüber im NBG Wiesengrund existieren weder Wall noch Wand. Häuslebauer äußerten: „Lärmschutz wäre schon schön“. Bei der Abstimmung nach 150 Minuten votierten zwei Ratsmitglieder für Lärmschutz, neun wollen ihn über den Bebauungsplan (eigene Maßnahmen wie doppelverglaste Fenster) festschreiben; - ohnehin besteht entlang der Landesstraße eine 20 Meter breite Bauverbotszone –der Verkehrskreisel reduziere das Tempo. Fortsetzung folgt.

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Und: So schön wie die 15 Meddersheimer Hinweistafeln zu besonders markanten und sehenswürdigen Stationen oder öffentlichen und historischen Gebäuden auch sind, so mussten sie doch von einem ehrenamtlichen Arbeitskreis korrigiert, ergänzt und die Reihenfolge vom „Historischen Rundgang“ neu festgelegt werden. Hier erzählen „Martin und Meddy“, Sankt Martin als römischer Soldat und sein Pferd, die auf dem Gerichtssiegel und im Ortswappen abgebildet sind, ganz viel aus der Weinbaugemeinde: Ob über die Martinskirche, denn Englischen Hof, die Feuerwehr, die am Donnerstagabend gegen 23 Uhr ihr neues Fahrzeug in Besitz nahm, oder von der Meddersheimer Schulordnung anno 1734 bis hin zu den Römer und Kelten.

Bei der Gemeinderatssitzung war auch der „barrierefreie“ Rundgang im negativsten Sinne Thema. Die Baustelle machte viel Ärgernis, dauerte länger, oftmals war von Ratsmitgliedern von einem Fiasko die Rede. Der barrierefreie Rundgang könne so nicht abgenommen werden, weil sich im Schotter Rollstuhlfahrer festfahren und der Weg entlang des Altenberger Bachs für Rollatoren ausgebessert werden müsse. Jetzt will eine kleinere Gruppe ein Teil der Wegstrecke in Eigenleistung pflastern, weil alles Geld ausgegeben ist.

„Ob“ Renate Weingarth-Schenk berichtete von ganz viel Arbeit. Noch immer sind mehrere Firmen im Ortskern tätig– der Belag der Brücke vor dem Gemeindesaal ist marode. Am kommenden Montag, 29. Juni, beginnen die Sanierungsarbeiten – Verbundpflastersteine werden entfernt, die Fläche saniert und asphaltiert.  Mittlerweile ist die 10. Corona-Verordnung in Kraft. Die Ortsgemeinde ist vielfach betroffen, die Kegelbahn durfte bislang nicht genutzt werden. Und in der Kita „Rasselbande“ besteht die eingeschränkte Regelbetreuung. Auch hier wurde viel Kritik laut, weil die vor zwei Jahren geplante Küche und insbesondere die Kühlmöglichkeiten unterdimensioniert sind, größere Kühl- und Tiefkühlschränke ersatzbeschafft werden müssen und im kommenden Jahr wegen dem neuen Kita-Gesetz weiterer Bedarf besteht und die Kosten ausufern.

>>>Wegen Erneuerung des Belages an der Altenbergerbach-Brücke am Gemeindesaal ist die Einfahrt vom 29. Juni bis 3. Juli voll gesperrt. Anlieger können durch den Wiesengrund oder durch die Straße „Bei den Birken“ fahren.

Zum ersten Foto: Paradoxerweise ist der „Barrierefreie Rundgang“ nicht, was er sein soll, weil auf der Länge von 60 Metern Rollator- oder Rollstuhlfahrer drei Mal stecken bleiben: Gut gemeint, grottenschlecht gemacht: Die Realisierung dauerte bei steigenden Kosten Jahre, jetzt ist alle Geld weg und sollen es Ehrenamtliche irgendwie richten. Hammer!


Barrierefrei? Nein!

Mitten im Ort

Ratssitzung am 25.6.2020

Wall oder Wand? Da NIX!

14 Plakate auf Rundweg