Vaskulitis: Mörderischer Amoklauf - Betroffene prangern Fehldiagnosen an - Jeder ist gefährdet - Erste Vaskulitis Selbsthilfegruppe in Hennweiler

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VASKULITIS- Selbsthilfegruppe in Hennweiler. Eine Gradwanderung zwischen Leben und Tod.

Hennweiler. Immer mehr Krankheitskeime machen sich breit. Die Patienten wissen gar nicht wirklich, wie krank sie in Zeiten von EHEG-Erregern, oder noch schlimmeren Coli-Kombinationen im Krankenhaus wirlich werden können. Unglaublich von welchen Extremen Patienten und Besucher berichten, die sich wie in einer Quarantänestation Handschuhe und Schutzausrüstung überziehen müssen! Die Angst geht um!

Zu einer ersten Infoveranstaltung der Selbsthilfegruppe Vaskulitis in den Gemeinde-Sitzungssaal in der Alten Schule in Hennweiler kam niemand. Betroffene und Angehörige blieben unter sich. Zu groß ist die Hemmschwelle, die Angst vor dem „ersten Schritt“ in eine Gruppe gleichgesinnter Betroffener. Ähnlich wie beim Alkohol. Vaskulitis ist ein Amoklauf des Immunsystems gegen den eigenen Körper, heimtückisch und gefährlich, und kann jeden treffen.

Betroffene beschreiben autoimmunologische Prozesse und die Diagnose „Vaskulitis“ als äußerst lebensbedrohlich: „Die Polizisten des Körpers drehen sich um und zerstören gesundes Gewebe. Wenn die eigentlichen Abwehrzellen innere Organe oder Blutgefäße befallen, bedeutet dies den sicheren Tod“, sprechen sie unverblümt Klartext. Unter Vaskulitis versteht man eine entzündliche Veränderung der Blutgefäße. Für die Betroffenen beginnt mit dem Ausbruch wegen „Rundherden“ ein Martyrium und langer Leidensweg. Mit Cortison und anderen „Hämmern“ könne Vaskulitis gehemmt und behandelt werden. Aufgrund der extremen Nebenwirkungen treten jedoch massiv andere Erkrankunken auf, Vaskulitis selbst ist nicht heilbar: „95 Prozent aller Ärzte behandeln andere Symptome und erkennen Vaskulitis gar nicht!“ untermauern Betroffene  die Notwendigkeit gesellschaftlicher Aufklärung und ihrer Arbeit. Die Selbsthilfegruppe Eifel-Mosel um Klaus Heinz-Wagner will Betroffene beim Umgang mit der Krankheit unterschützen und ihre Tätigkeit auf den Hunsrück und ins Naheland bis Bad Kreuznach ausweiten. Bisher arbeitete sie eng mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier und dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Gerolstein zusammen. Das Aufklärungsmaterial stammt von Kliniken und Universitäten, sowie diversen Datenbanken. Beispielsweise aus Bad Bramstedt, das als Zentrum deutscher Vaskulitis-Forschung gilt.

Und wie verbreitet ist Vaskulitis? Im Bereich Eifel-Mosel-Hunsrück kennt Wagner 110 Erkrankte. Die tatsächliche Zahl sei in der Region mit 600 weitaus höher. Geschätzt wird, dass über 40 von einer Million Einwohnern jedes Jahr erkrankt. Der Erfahrungsaustausch mit alltäglichen Tipps oder etwa im Bezug auf die Einnahme bestimmter Medikamente sei wichtig, auch ein eigenes Internetforum mit geschütztem Bereich gibt es. Hier findet man Experten für die Krankheit. Ansprechpartner in Hennweiler ist Irmin Moltzahn (55), der vom Glan vor gut 30 Jahren nach Hennweiler heiratete.

>>>Am 5. November findet von 10 bis 14 Uhr ein Vaskulitis- Infotag im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier statt.

>>>Weitere Infos: www.shg-vaskulitis-eifel-mosel.de, Klaus Heinz-Wagner 06575 9014995, Ingrid Spoden 06556 462 oder bei Irmin Moltzahn 06752 5805.


Heike und Klaus Heinz-Wagner und Irmin Moltzahn