600 hörten "popCHORn"- MGV Hennweiler und MGV Becherbach 150 Jahre

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Fotos unten. Kirn. „Wow“- was für ein Konzert: „Gigantisch“ nannte es VG-Bürgermeister Werner Müller am Ende, als 600 Zuhörer in der seit Wochen ausverkauften Turnhalle mit stehenden Ovationen einem außergewöhnlichen, 100 Stimmen zählenden Chor „popCHORn“ aus Klein-Winternheim mit Band und Solisten dankten, und nicht ohne Zugaben ins Rheinhessische entließen.

Müller merkte man die Feierlaune bei dieser Auftaktveranstaltung „25 Jahre VG-Verwaltungsgebäude“  sichtlich an, die beiden Gesangsvereine Hennweiler und Becherbach hatten als gute Gastgeber die Bewirtung übernommen. Hennweiler feierte 2012, Becherbach im Juni 150-Jähriges. Müller zitierte Martin Luther: Musik sei eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und fröhlich macht!

Vom Vorsitzenden des Gemeinde- und Städtebundes Ralph Spiegler über Landrat Franz-Josef Diel bis hin zur kompletten VG-Spitze und den Ortsbürgermeistern war die Zahl der Gäste und Sponsoren aus Politik und Wirtschaft ellenlang. Der VfL Simmertal orderte für seine ehrenamtlichen Übungsleiter im Vorfeld 50 Karten; - Gudrun Wiest von der Bürkle Stiftung und Herbert Wirzius vom Förderverein Lützelsoon hatten für die Kultur-Loge Karten verteilt- ein lobenswerter und feiner Zug.

Natürlich wurde auch gesungen - und wie! Solch einen  stimmigen Chor aus einem Guss, dem es sichtliche Freude war, aus tiefster Leidenschaft heraus ständig in Bewegung zu sein und das Feuer der Begeisterung zu schüren, sieht und hört man nicht alle Tage. Vom ersten Takt an genoss das Publikum diesen Augen- und Ohrenschmaus.

Der Name „popCHORn'“ steht für solch mitreißende und konzentrierte Bühnenpräsenz mit peppigen Arrangements und einer prallvolle Bühne begeisterter Stimmen, die aus einem wahren Füllhorn exzellent ausgebildeter Solisten schöpfen kann. An ihrer Spitze steht Hans-Joachim Schöne, selbst eloquent-gewiefter Entertainer mit Herzblut und Charisma, auf den die Chormitglieder jederzeit fokusiert waren. Schwerpunkt in Kirn waren Gospels und Spirituals. Jene Gott preisenden, alten afroamerikanischen Lieder bildeten mit ihrem ergreifenden tiefreligiösen Genre den Auftakt. Der musikalische Leiter animierte bei „Still standig“, „In the Name of Jesus“ oder „I need you to survive“ immer wieder zum mitklatschen. Wie es ist, wenn die Liebe die Nacht zum Tag macht, besang brillant Eva Büschelberger in „Bridge of Light“ von Pink. Aber auch Johanna Reichert, Jana Frydrychowski, Friederike Graebsch, oder Parsya Cherazi, um nur einige zu nennen, überzeugten restlos mit atemberaubenden Stimmen. Es ist jenes gelebte Entertainment und die ansteckende Begeisterung, wovon sich die Zuhörer fesseln und in ihren Bann ziehen lassen. Nach einem Medley beliebter Ohrwürmer und Rock-Pop-Melodien aus Musicals verließen die Frauen ruckzuck die Bühne. In dem lyrischen  „Freiheit“ blühten trotz Unterzahl die 30 Männer auf, rapten mit Michael Obenland und Tobias Almendinger den Klassiker.

Die Frauen allein um Temperamentbündel Silke Schöne zelebrierten geradezu den bei Frauen so beliebten Klassiker „It´s Raining Men“ von den Weather Girls und läuteten einen fulminanten Schlussspurt musikalischer Highlights ein. In einem A-Capella-Song „Call your Girlfriend“ mit einfachen Percussions- Instrumenten erhielten vier Damen für eine absolut reife Synchronleistung Bravo-Rufe und Beifallsstürme. Dann holte der Dirigent zur Freude des Publikums sechs Zuhörer aus dem Kirner Land auf die Bühne, die ebenfalls freudestrahlend sehr lernfähig schnell integriert waren und ihre Aufgabe mit Bravour meisterten. Zufällig auserwählte Gäste untermauerten so eindrucksvoll, dass auch das Kirner-Land kreative und begeisterungsfähige Künstler hat.

Martin Riedel von „popCHORn“ wäre auch optisch als Joe Cocker Double durchgegangen, jedenfalls erntete „Unchine my Heart“ in Perfektion Beifallsstürme. Sein Sohn Simon Riedel sang ebenso authentisch wie ausdrucksstark mit Gitarre in der Zugabe die Originalversion von Leonard Cohens Ballade „Halleluja“. „Bridge over troubled Water“ ist eines der Lieblingslieder des rheinhessischen Chores in der VG Nieder-Olm, was sehr gefühlvoll dank brillanter Chorbesetzung mit Andreas Klein (Piano), Dominik Niess (Keyboard), Andreas Manns (Bass) und Simon Zimbardo an den Drums und professioneller Tontechnik von Sebastian Schenk jederzeit dem Original das Wasser reichen konnte und brillant interpretiert wurde.

IM FOKUS: Mitten im Sopran stand ein echt Hennweiler Mädchen, das vor 21 Jahren „ins Rhoihessische“ heiratete und sofort dort Singen ging: Astrid Schreiber, Tochter des früheren Hennweiler Bäckermeisters Walter Fey. Werner Müller überraschte sie mit edlen Tropfen und einer Sonderabfüllung mit dem Etikett von Schloss Wartenstein. Der Chor erhielt einen Präsentkarton aus der Kirner Privat-Brauerei. Und noch jemand erhielt einen Strauß Blumen: Verena Lang, die sich sichtlich freute. Bei ihr und ihrem Team liefen im Hintergrund die Fäden zusammen.


Kirner-Land Akteure

Leonard Cohen in Perfektion

klasse Performance

Dankeschön Verena Lang