SooNahe>1 Hier: 170 Mitglieder / 70 Kooperationspartner. Entenpfuhl & Wildlädchen verarbeitet 70 Tonnen Wild- Fleischer der Region eröffnen Grillsaison

Kategorie: VG Sobernheim, Soonwald, Lokale News an Nahe und Glan, Essen & Trinken, Handwerk

 

FOTOS UNTEN am Textende: Forstamt Entenpfuhl. Konsumenten und Verbraucher wollen genau wissen, wieviel Tierschutz im eingekauften Lebensmittel steckt: Im Rahmen der landesweiten Themenwoche „Tierschutz mit dem Einkaufskorb“ besuchte erstmals die Ernährungsministerin Ulrike Höfken den landeseigenen EU-zertifizierten Wild Zerlege- und Bearbeitungsbetrieb im Forstamt Entenpfuhl.

Grund bei dieser Gelegenheit über den Stand des Auswahlverfahrens nachzuhaken; - bekanntlich sind die Leitungsstellen beider Forstämter, Bad Sobernheim und Entenpfuhl, vakant. „Hier wird exzellente Arbeit geleistet und ist keine Eile geboten“, sagte Ulrike Höfken, zumal seit Donnerstag, 6.April 2017, das Forstamt Entenpfuhl von dem aus Kastellaun kommenden Friedbert Ritter und das Forstamt Bad Sobernheim mit gleichem Datum von der bisherigen stellvertretenden Leiterin im Forstamt Entenpfuhl, Carmen Barth, kommissarisch geleitet wird.

Mit von der Partie im Entenpfuhler Wildlädchen waren auch die Fleischermeister Thomas Scholl aus Bockenau, Peter Landfried aus Abtweiler, Thomas Wolf aus Woppenroth und der Vorsitzende des Soo-Nahe Aufsichtsrates, Dr. Rainer Lauf, die derzeit etwa 170 Mitglieder und direkt 70 Kooperationspartner und Dienstleister zählen. Bekanntlich wollen die örtlichen Fleischermeister an zwei Aktions-Samstagen, am 29. April und 6. Mail, die Grillsaison mit einer Qualitätsoffensive und mit veredelten und regionalen Soo-Nahe-Produkten starten. (Wir berichten gesondert). Zurzeit lädt SooNahe bis Ostern mit der Gastronomie und Hofläden zur Lammwoche ein.

Wohlwissend, dass zurzeit keine Jagdsaison ist, diskutierten die Fleischer und Rainer Lauf im Beisein der Veterinäre Dr. Martin Olbort und Dr. Petra Bänsch von der Kreisverwaltung über die Erfahrungen der Kennzeichnungspflicht tierischer Produkte, die dieses SooNahe Regionalmarke-Siegel tragen und redeten Tacheles.

Wie brisant das Thema Herkunft, Transparenz, Kennzeichnung und gesunde Ernährung ist, zeigt die mediale Präsenz in diesen Tagen auf allen TV Kanälen - die Süddeutsche Zeitung beklagte aktuell in gleichem, äußerst sensiblen  Kontext und in großer Schlagzeile „Etikettenschwindel“.

„Ja, wir haben guten Grund, den Blick der Verbraucher auf die heimische Erzeugung zu richten“, zählte Ulrike Höfken auf, aus welchen Ländern Deutschland Lebensmittel und Eier importiere. „Es geht um Genuss, um Lebensmittel und die heimische und regionale Vermarktung, die mehr Wertschätzung und Chancen verdient“, erinnerte Dr. Rainer Lauf an SooNahe-Pionierzeiten und die Philosophie, als Soo-Nahe noch in den Kinderschuhen steckte. Erst in kleinen Schritten in gemeinsamem Engagement privater Wildverarbeiter der Region – Lauf nannte die Wildkammer der Familie Nieding in Meddersheim und dann in Bad Sobernheim, habe man Appetit und eine hohe Kauflust geweckt. Von Anfang an gab es eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen SooNahe und dem Mitgliedsbetrieb Landesforsten, Forstamt Entenpfuhl. Hier in der Region stimmten Qualität und die handwerkliche Herstellung sowie die Veredlung der Wildprodukte. Für SooNahe und die damit verbundene Regionalvermarktung ist Wild inzwischen eines der gesündesten Light- und Leitprodukte mit einem ganz hohen Stellenwert, sagte Lauf.

Produktleiter und Wildmanager Ralf Eckes erläuterte den Weg des Wildes von der Anlieferung bis in die Ladentheke und die immense Nachfrage: Mit der Zusammenlegung der Forstämter kam die Idee eines Wildlädchens auf. Seit 2005 wird zerlegtes Wildbret (Rücken, Blatt, Gulasch) angeboten - 2007 wurde angebaut und aktuell wird erneut baulich erweitert und investiert, weil das Wildbrett-Volumen des zertifizierten EU-Betriebes auf 70 Tonnen im Jahr angestiegen ist, erklärte Ralf Eckes. Das entspricht etwa 3.800 Stück Wild (2500 Rehe, 1050 Stück Schwarzwild, 250 Stück Rotwild) die von drei Forstwirten und bei Bedarf von zwei Fleischermeistern verarbeitet werden. „Wichtig ist uns, dass Wild zu jeder Jahreszeit verfügbar ist – Wildburger sind der absolute Renner“, sagte Eckes.

79 Prozent der Bevölkerung in Deutschland wünschten sich ein staatliches Tierwohllabel und 88 Prozent der Befragten würden mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, wenn Tierwohl-Standards stimmen. Besser als Labels oder Aufkleber sei der direkte Kundenkontakt zum Erzeuger und zum Verarbeitungsbetrieb, sagte Rainer Lauf.

Zum Foto: Die neue Kommissarische Leiterin vom Forstamt Bad Sobernheim, Carmen Barth (von links), Ministerin Ulrike Höfken, Thomas Scholl, Dr. Rainer Lauf, Thomas Wolf, Alexander Senfter vom Mainzer Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Peter Landfried, der neue kommissarische Leiter des Forstamtes Entenpfuhl, Friedbert Ritter, Produktleiter Ralf Eckes und Landrat Franz-Josef Diel.


Jäger und Fleischer (Namen: Textende)

Ein SCHAU!!!-fenster

Forstamt Entepfuhl

Blick in Wild-Annahme