Quetschekuchenfest bei den Fliegern auf der Meckenbacher Höhe der Hit!

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Fotos Textende unten: Kirn. Kumuluswolken am stahlblauen Himmel, wenig Wind und über 50 Kilometer klare Sicht bis an den Rhein, zum Erbeskopf und den Donnersberg bescherten dem Flugsportverein Kirn (FSV) bei idealem Flugwetter und äußeren Bedingungen ein außergewöhnlich gutes Quetschekuchenfest, wie schon lange nicht mehr. Es war richtig was los und viel Flugbetrieb auf der Meckenbacher Höhe.

Traditionell startete ein Dutzend Flieger am Morgen über die Dörfer der Region bis Lauschied, Bundenbach und Idar-Oberstein, um auf das Flugplatzfest aufmerksam zu machen. Der FSV Kirn zählt fünf eigene Segelflugzeuge, ein Motor- und ein Ultraleichtflugzeug, weitere zehn private Motorflugzeuge stehen in Hangars. Außerdem: Deutschlandweit werden in Kirn die meisten Flieger der „R-F“-Motorsegler in Holzbauweise von Liebhabern gewartet und geflogen.

Routiniert und präzise wie ein Uhrwerk arbeitete am Flugplatz ein bewährtes Team eng zusammen: Die Veranstaltungsleitung hatten David Hohmann und Tom Stasek, die Flugaufsicht Tobias Lüdke und Markus Zimmermann, während die beiden Hochstetter Andreas Buch und Vorsitzender Lutz Walldorf mit fundiertem Fachwissen und Neuigkeiten die große Besucherschar auf dem Laufenden hielt. Walldorf nannte auch Preise, wonach der gestaffelte Jahres-Mitgliedsbeitrag für Erwachsene und Jugendliche samt Ausbildung und Nutzung von Fuhrpark und Equipment auf dem zehn Hektar Areal durchaus erschwinglich sei. Ein Schnupperkurs für pauschal 200 Euro bis zum ersten Alleinflug wird angeboten. Von Ostern bis Oktober ist Hauptsegelflugsaison.

Nachbarvereine und Flugsportfreunde aus Idar-Oberstein, vom Id, aus Marpingen, Göppingen und Aachen flogen die Meckenbacher Höhe an. Sechs weitere Gastflugzeuge, teils Viersitzer, nahmen zu Rundflügen ständig Passagiere auf. Darunter der legendäre kunstflugtaugliche Doppeldecker mit offenem Cockpit, die  „Stampe SV 4“ mit Frank Sutor und Thomas Rathmann vom benachbarten felkestadtischen Domberg. „Das passt. Wir sind eine große Familie - einer hilft dem anderen“, ließ Lutz Walldorf die Gäste wissen und informierte gerade beim Doppeldecker über hohe Wartungskosten.

„Ich bin hier, seit ich denken kann – Platz ohne Ende und es macht riesigen Spaß, vor Publikum zu fliegen“, sagte der Bärenbacher Maschinenbaumechaniker Michael Torner (54), der gemeinsam mit dem 13-jährigen Leon Stemmler und Thomas Schug (beide aus Weitersborn) mehrere sehenswerte maßstabsgetreue Modellflieger, teils mit Rauchpatronen an den Trageflächen, in den Himmel brachten und die ihre Bahnen, Loopings, Rollen oder Pirouetten zogen. Interessant: Ihre Miniaturflieger waren auch in Originalgröße vor Ort – dem Auge wurde allerhand geboten.

Aus etwa 1.300 Meter sprang Jörg Schmidt aus Bitburg mit dem Fallschirm ab und landete sicher – 6000 Flüge hat er absolviert und war zwölf Jahre an der Nahe bei der Bundeswehr. Mit Tim Tibo am Steuerknüppel und 1000 PS unterm Hintern drehte in einer „SBach 342“, quasi der Formel I unter den Motor-Kunstfliegern, seine Runden - aus Bad Sobernheim kam Peter Hamann mit dem Nachbau einer legendären Spitfeier aus dem zweiten Weltkrieg angeflogen.

„Superstimmung -ich sah bisher nur strahlende Gesichter – das Quetschekuchenfest ist der Hit“, sagte ein Altvorderer, der Anfang der 1970-er Jahre mit Carl Otto Weßel aus Bad Sobernheim die gutnachbarschaftlichen Feste arrangierte und ständig Bekannte begrüßte: Damals war der heute 69-jährige Manfred Albrecht aus St. Wendel bei der Bundeswehr im Munitionsdepot Rheinböllen beschäftigt und vier Jahre Vize im FSV Kirn – am Sonntag unternahm dessen Sohn Sascha Albrecht Rundflüge in einem modernen viersitzigen MCR-Eigenbau mit Eigenrettungssystem: Bei Luftnot wird eine Rakete mechanisch ausgelöst und das Fluggerät hängt komplett am Fallschirm. Kosten dafür: Über 10.000 Euro.

Für Kinderbelustigung und das leibliche Wohl der Gäste war mit Spießbraten oder köstlicher Erbsensuppe aus der NVA-Feldküche bestens gesorgt. Die geräumige Segelflughalle saß zur Kaffeezeit voller Gäste, die Kuchentheke war der Renner. Natürlich auch Quetschekuche, der dem Fest seinen Namen gab, und der im Ganzen und in Pizza-Sachachteln seinen Besitzer wechselte. Übrigens müssen alle 70 FSV-Aktiven zwei Kuchen zum Fest beisteuern ….


Viele kamen zum FSV

Rundflüge waren Renner

Leon Stemmler, Thomas Schug

Viel Betrieb