Nachruf. Heimweiler -R.I.P. Tschüss Opa Hermann Köhler. Vielen Dank für alles! "Heimericher Hermännche" erwacht aus schwerer Herz-OP nicht mehr.

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Fotos- Textende. Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt. Einer, der immer rund um die Uhr für uns da war, „just in time“, ein Schmied und Handwerker aus Passion, Ehemann, Papa, Opa, Kumpeltyp, wurde aus unserer Mitte gerissen. Er hatte noch so viel vor - gern wäre er noch bei uns geblieben. Nicht hundert, tausende Dinge erinnern an „Opa“ Hermann. Ob der Edelstahlstempel, den er kreierte, um damit die Frikadellen für den TCO (Trampclub Otzweiler) zu stempeln, die Ortseingangsschilder in Heimweiler, die Verankerung der Heimweiler Glocke, das „Heimericher Glöckchen auf Schachert“, ein schmiedeeisernes Kreuz samt Kerzenhalterungen in der Aussegnungshalle, wo die Familie am Montag, 20. November 2017, einen Tag nach dem Geburtstag seiner Mutter Frieda, Abschied nahm.

Hermann Köhler war immer für alle da, mitten in der Nacht, an Ostern, Weihnachten, Ehrenamtler in seiner Heimatgemeinde, beim Schaukelbraten braten am Meddersheimer Weinfest  (über 300 Stück), wenn der Wurstbräter wieder einmal kaputt war, das Auto streikte, der Wasserhahn tropfte, die Kühlung kaputt war…

Hermann Köhler lernte in Krebsweiler beim Landmaschinenbauer Helmut Rothenberger Schmied, arbeitete bei Stahlbau Pöhlmann in der Kallenfelser Straße in Kirn, danach im Steinbruch am Brecher, fuhr und reparierte dort Bagger, Raupe und Rangierlock und war über 25 Jahre in der Schmiede im Fliegerhorst Pferdsfeld tätig. „Hermann – wir gratulieren dir um punkt 11 Uhr“, kündigten Kampfjetpiloten an seinem Geburtstag an und donnerten im Tiefstflug über die Schmiede….Er war sehr beliebt!

Während seiner Beerdigung wird Enkelkind Christopher in der BG-Klinik Ludwigshafen am Knie operiert, Enrico aus Schweinschied ist in Mali im Auslandseinsatz der Bundeswehr und reist an. Enkelin Emily Hey stand mitten in den Proben für das 28.te Theaterstück „Chickentales“ der Meddersheimer Laienspielschar der Kita-„Rasselbande“. Wie damit umgehen, wenn das Liebste, der geliebte Opa, im Sterben liegt? Wie kann man mit verweinten Augen zehn Tage vor den drei Aufführungen am 24. und 25. November 2017 proben?

„Dann spiele ich erst recht für Opa!“, war für den 15-jährigen Teenager sofort klar.

Business as usual – Opa Hermann starb samstagsmorgens gegen 7 Uhr am 18. November in Linz. Vier Wochen und drei Tage nach seiner schweren Herz-OP mit Thorax Öffnung in Mainz. Aus seinem Tiefschlaf erwachte er nicht mehr, auch weil er bei der Verlegung von Mainz nach Linz beim Transport heftige und mehrfach-multiple, irreparable Blessuren und einen Schlaganfall erleiden musste. Nein, das hat Opa Hermann nicht verdient! Ironie der Tragik: Operation gelungen – Patient tot. Bis zuletzt überstand er dank Apparaten die schwere Herz-OP, aber degenerative Veränderungen und Organversagen führten 82-jährig zum Tod.

„Zuletzt fehlte ihm die Kraft zur Genesung. Die Schmiedearbeit und das Schweißen hinterließen gesundheitliche Schäden. Er kann voller Stolz auf sein Leben zurückblicken. Seine unbeschwerte Art, sein spitzbübischer Schalck, sein Humor als Frohnatur, erlebte Geschichten und Anekdoten, die er gerne mitten unter uns erzählte, werden uns allen sehr fehlen. Was bleibt sind tausend Erinnerungen und filigrane Dinge - Handwerkskunst, die er par Excellence beherrschte. In unseren Gedanken und Herzen wird er weiter leben. Er war immer da, wenn man ihn brauchte, und hatte steht´s die richtige Idee auch bei kniffligen Herausforderungen“ – so der Tenor aller Angehörigen.

† Es trauern die nächsten Verwandten: Ehefrau Gerda; - die Kinder Ulrike (Tochter) mit Bernd in Meddersheim, Sohn Roland mit Korinna in Schweinschied, die Enkelkinder Marco mit seiner Frau Kathrin in Weiler, Jan mit Frau Dominique in Hundsbach, Christofer, Lilli-Tess, Enrico, Vince und Emily, sowie die Weilerer Urenkel Paulina und Johanna. Außerdem natürlich Hermann Köhlers 85-jährige Schwester Else Kistner in Meckenbach mit ihren beiden Kindern Hartwig und Marion mit ihren Familien, Walter Schnellbächer in Darmstadt und allen Anverwandten. Danke Hermann für alles – du bist uns nur vorausgegangen. Ruhe in Frieden!


In seinem Element

Über 55 Jahre verheiratet

Filigrane Handwerkskunst!