DonnaWetter Benefizkonzert: 3.000 Euro für "Help a Child"

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KüssendFotos UNTEN, textende: Simmertal. Tief bewegt dankte Donna-Wetter Dirigentin Sandra Weiss vor der Publikumskulisse vollbesetzter Kirchenbänke und Stühle „trotz Grippewelle“ fürs Kommen zum Benefizkonzert für „Help a Child“: „Schön dass ihr alle da seid. Wir durften unseren Sohn Felix adoptieren und gehören zu den glücklichsten Eltern der Welt!“, sagte sie. 2.662,32 Euro wurden gespendet, die Powerfrauen stocken auf 3.000 Euro auf.

Die „Help a Child“ Vorsitzende Bea Garnier-Merz aus Kaltenengers, Mutter dreier leiblicher und zwei adoptierter Kinder, berichtete über Sinn und Zweck der mannigfaltigen Vereinstätigkeit und der finanziellen Misere. „Help a Child“ wurde 2004 von Eltern adoptierter Kinder aus Haiti gegründet und ist seit 2005 eine staatlich anerkannte Auslands-Vermittlungsstelle. 670 verwaiste und verlassene Kinder aus Haiti, Burkina Faso, Mali und Kenia wurden vermittelt. Anfallende Kosten müssen Adoptiveltern tragen, aber: Der Verein muss zwei Sozialpädagogen in Vollzeit beschäftigen, „viele Auflagen für den Staat müssen ohne finanzielle Hilfe durch den Staat erfüllt werden“, informierte Beatrix Garnier-Merz. Elf solcher Vereine schrumpften auf noch fünf, rückläufige Adoptionen bei gleichbleibenden Kosten sorgen für eine prekäre finanzielle Schieflage. Die Vorsitzende sprach die Problematik „der bedenklichen“ und im Ausland erlaubten Leimutterschaft an. Zudem habe man vor zehn Tagen die Hiobsbotschaft erhalten, dass das haitische Kinderheim des Landes abbrannte und die Kinder obdachlos auf der Straße stehen – Hilfe nötig sei.

Dem Frauen-Pop-Chor Donna-Wetter sind derlei Zuspruch bei ihren Auftritten nicht fremd, aber dieses Heimspiel-Konzert sei etwas ganz Besonderes – Beata Barth sagte das erste Lied an: „Ain´t no Maountain“. Die ausdrucksstarken und piano vorgetragenen Hits „Jar of Hearts“ von Christina Perry und „Royals“ von Lorde folgten. Den emotionalen Part dieses Benefizkonzertes übernahm Sabine Schossig Roevenich, indem sie an die Distanz und „die Kinder“ erinnerte. „Sind wir nicht alle Kinder geblieben? Einige tragen nur einen Rucksack mit Verstand, Lebenserfahrung, auch Verantwortung auf dem Rücken. Aber alle wissen, wie ein starkes Fundament eine fröhliche Kindheit prägt. Kinderlachen klingt überall auf der Welt gleich - alle Beiträge und Herzensgaben sind Bodenbearbeitungsmaßnahmen für unsere Kinder“, sagte sie sinngemäß. „Danke, dass ihr alle da seid, den Verein zu retten – mir bricht das Herz, wenn ich daran denke, welch Großartiges hier generell geleistet wird“, sagte das 15-jährige Adoptivkind Marie Merz emotional leibhaftig und tief ergriffen. Bei ihrem ersten Auftritt musste sie erst einmal tief durchpusten – aber der Teenager erreichte die Herzen der Zuhörer und erntete stehende Ovationen.

Donna-Wetter überraschte mit ihrem ersten deutschgesungenen Lied von Nena „Wunder gescheh´n“, sang Madonnas Welthit „Like a Prayer“ und setzte mit allen Akteuren und der Andreas Bourani Teamplayer-Hymne „Auf Uns- Wer friert uns diesen Moment ein?“ einen ergreifenden Schlusspunkt.

Mitwirkende >> Dank galt der Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun. Louisa  Hoffmann aus Simmertal ist Schülerin bei Gerhard Wöllstein und feierte mit „Süße Träumerei“ von Tschaikowsky öffentlich Debüt. Das Patenkind von Sandra Weiss, die 13-jährige „Jugend musiziert“ Preisträgerin Helena Heinrich aus Simmertal, überraschte schnörkellos mit einer flotten Sonatine in der Tempobezeichnung Allegro-mosso. „No Roots“ aus dem Debütalbum der in Deutschland lebenden Popsängerin Alice Merton sang ganz cool und mit Gänsehautgefühl die 17-jährige Schülerin am Meisenheimer PSG, Joelle Meyer aus Steinhardt. Am E-Piano begleitete Heidrun Eggert-Schmidt den Gesang der „Ober-Donna“ Sandra Weiss: „Es muss was wunderbares sein…“ aus dem Genre beliebter Operettenmelodien. Das Duett Rock & Rosen mit Gitarrist Oliver Schneiß und der „Donnawetter“- Choreografin und Texterin Sabine Schossig Roevenich sang den auf das Benefizkonzert treffenden und eigens vor Jahren arrangierten Song „Menschenkind“ sowie „Für immer dein Freund“. Donna-Wetter wurde von Heidrun Eggert-Schmidt (E-Piano), am Cajon von Lukas Rauter und mit Gitarre von dem Kirn-Sulzbacher Steffen Pfrengle begleitet. Atemberaubend und inbrünstig sang die 15-jährige Marie Merz „Halleluja“ in der Leonard Cohen Version. Last but not least sorgten „Die Mädels“ Klara Winau, Esmee Huck, Edda Lanz, Johanna und Helena Heinrich und Louisa Hoffmann mit einer makellosen Performance zum Oasis-Hit „Wonderwall“ für wahre Begeisterungsstürme. Übrigens: Alle Solisten und Akteure wurden mit Pfiffen, Jubelrufen und lautem, gefühlt mit nicht enden wollendem frenetischem Beifall, gefeiert, was den Meddersheimer Bandleader Olli Schneiß noch lange nach dem Konzert noch bewegte: „Reife Leistung: Diese Wertschätzung kam aus tiefstem Herzen - von den Nachwuchstalenten wird noch viel zu hören sein“.