Otzweiler in Angst: Idioten sterben nie aus!

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Otzweiler. In der kleinen 203-Seelen-Gemeinde geht die Angst um: Auf Gärung geschnittene und nach drei Seiten scharfe Winkelstahlteile sowie weitere spitze Edelstahlteile, ähnlich wie ein Miniatur-Fleischerhaken, sind bislang auf den beiden asphaltierten Feldwirtschaftswegen „Eichenwald“ und „Buchenwald“ Richtung Römerstraße / Sienhachenbach gefunden worden. Mehr als zehn Reifen wurden zerstört und konnten nicht mehr geflickt werden, eine Handvoll Bürger erstatteten in den zurückliegenden Wochen bei der Polizei Kirn Anzeige und lieferte solche Teile ab. Die scharfkantigen Unikate haben vorsätzlich nur die Zerstörung und Körperverletzung im Sinn, informierten der Ortsbürgermeister Frank Müller und Erster Beigeordneter Maik Kuhs. Aber wer tut so etwas? Die beiden 1.200 Meter langen Gemarkungswege werden von Joggern oder Hundehaltern stark frequentiert.

Die Teile sind handgefertigt, nach dem zertrennen mit einer Flex zum Teil noch dunkel angestrichen, informierte das Dorfoberhaupt und präsentierte solch ein Corpus Delicti, Beigeordneter Maik Kuhs hat weitere mit dem Handy fotografiert. Der 54-jährige Ortsbürgermeister und Landwirt ist seit 2004 im Amt und habe lange mit sich gehadert, an die Öffentlichkeit zu gehen: „Dann heißt es wieder `Otzweiler` - wir hatten leider viele negativen Fälle in alle Richtungen“, echauffiert sich Müller.

Andererseits müsse man aufrütteln, die Bürger sensibilisieren, auf die Gefahr aufmerksam machen. „Es besteht absolute Lebensgefahr für Mensch und Tier“, sagen Frank Müller und Maike Kuhs. Etwa wenn das Vieh diese Teile im Futter aufnimmt, oder wenn die Fremdkörper die Reifen bei hoher Geschwindigkeit platzen lassen. „Wenn jemand da rein tritt, hat er ein Loch im Fuß“, zeigt Frank Müller die messerscharfen Kanten. Der Mühlenhof Direktvermarkter mit Glanrind Herdbuch-Zuchtbetrieb ging die Wege und Felder ab und wurde wie weitere namentlich bekannte Bürger im Ort, die auf dem Buchenwald wohnen und täglich für ihre Gesundheit joggen, fündig.

500 Euro Belohnung sind nach Absprache mit der VG-Verwaltung Kirn-Land für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Die beiden Otzweiler Männer sind enttäuscht und fragen sich, warum die Polizei so viel Zurückhaltung an den Tag legt und so wenig Präsenz im Dorf zeigt: „Ein Streifenwagen im Ort spricht sich wie ein Lauffeuer schnell rund“, sagt Maik Kuhs - und manchmal bekommen dann die Wände Ohren….

Zum Bild: Ortsbürgermeister Frank Müller (links) und Maik Kuhs zeigen gefährliche scharfkantige Stahlteile. Bislang wurden ein Dutzend kaputte Autoreifen gezählt, mehrere Anzeigen erstattet.