Kirner Handwerksgesellenverein einzigartig, aber "kopflos"

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Fotos unten -Textende. Kirn. „Feste feiern, sich austauschen, einander helfen und die Geselligkeit pflegen“, dies ist neben der Präambel „Gott segne das ehrbare Handwerk“ in der Satzung verbriefter Hauptzweck des Kirner Handwerksgesellenverein („HWGV“) seit 1880, der in dieser Konstellation deutschlandweit einmalig ist. „Der Handwerksgesellenverein dürfte bei seiner Gründung eine reine Selbsthilfeorganisation gewesen sein“, berichtete www.heylive.de des Öfteren und erwähnte 2005 Stadtbürgermeister Fritz Wagner in seiner Laudatio zum 125-jährigen Jubiläum im Gesellschaftshaus. Damals waren die Hartz-Gesetz I bis IV und die Nivellierung der Handwerksordnung mit dem Wegfall des Inhaberprinzips und dem Meisterbrief in Dutzenden Berufen als bestem Befähigungsnachweis in aller Munde. Seitens des HWGV blieb seinerzeit ein Aufschrei aus - "kein Kommentar dazu".

Obwohl Erster Vorsitzender Fritz Mildenberger bei der Versammlung im Vereinslokal Felsenkeller am 17. März 2018 froh über eine Belebung und Zuwachs junger Mitstreiter im HWGV ist, war er ebenso enttäuscht, dass sie nicht anwesend waren. Von über 120 Mitgliedern kamen 33.

Mildenberger kündigte bereits bei seiner Wahl 2015 an, nach seinem 65. Lebensjahr kein Amt mehr in der ersten Reihe zu bekleiden. Seit Samstag ist sein Posten als Vereinschef vakant. Auch Schriftführer Willi Lieser, Vorsitzender der Turn-und Sportgemeinde 1862, signalisierte, sein Amt abgeben oder der jüngeren Generation zur Verfügung stellen zu wollen.

Der Vorstand wurde unter Versammlungsleiter Harro Schmidt einstimmig entlastet und steht nach den Berichten finanziell gut da – namentliche 41 Helfer waren 2017 zu einem Helferfest eingeladen. Aufgrund des verwaisten Amtes wird demnächst eine Mitgliederversammlung einberufen, bei der auch eine Satzungsänderung auf der Agenda steht – „es ist momentan sehr schwierig, wie es weitergeht“, äußerten Vorstandsmitglieder ratlos.

Sechs Verstorbenen wurde gedacht, fünf treue Gesellen während der  Generalversammlung geehrt: Sven Schinkel aus Bärenbach kam als 20-jähriger Maler 1993 in den Verein. 1997 absolvierte er seine Meisterprüfung und ist heute Chef des Malerbetriebes in Kirn, den er von seinem Vater und Ehrenmitglied im HWGV, Gerhard Schinkel, übernahm. Ebenfalls 1993 trat der Rohrinstallateur Jörg Barth aus Meckenbach der Zunft bei: „Barth engagierte sich, lebte Ideale vor, und setzte die Wünsche des Vorstandes beim Ausbau des Gesellentreffs um; - zudem war er bis 2015 Vorsitzender und mein Vorgänger“, lobte Fritz Mildenberger. Die Goldene Vereinsnadel für 40 Jahre erhielten Betonsteinbauer Horst Bina aus Kirn und Stuckateur Nikolaus Meiren (Bundenbach) sowie Uwe Bauer. Der gebürtige Schmidthachenbacher kam 23-jährig als Maler in den Handwerksgesellenverein und war begnadeter Fußballer und Vereinsmensch in der Region. Auch er erledigte Vorstandsarbeit und sei mit seiner Frau Mechthilde treue Helferseele im Gesellentreff, rühmte Erster Vorsitzender Fritz Mildenberger.

>>>Am 8.Mai 2018 ist eine Brauereibesichtigung terminiert, am 20 Mai Saisoneröffnung und am 29. Juli findet wieder mit dem MGV/Gemischten Chor Edelweiß das Waldfest im Gesellentreff oberhalb der Itzbach vor dem Karlshof statt.

Zum ersten Foto: Der scheidende Vorsitzende Fritz Mildenberger (von links) nahm Ehrungen treuer und ehrenamtlicher Mitglieder vor: Jörg Barth, Uwe Bauer und Sven Schinkel. Rechts HWGV –Vize Otto Weyand.


Aktuelle Ehrung

im Smart Werk in FRA

Saisoneröffnung 2017

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