Hennweiler: Ehre für Else + Klaus Müller beim 33. Konzert

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Fotos Textende/Unten: Hennweiler. Geselligkeit und Freundschaftspflege waren Trumpf beim Frühjahrskonzert des Mandolinen- und Gitarrenorchesters in der Hennweiler Lützelsoonhalle: Zu Konzertbeginn überraschten VG-Bürgermeister Werner Müller und Hennweilers Ortsbürgermeister Michael Schmidt das gastgebende Ehepaar Else und Klaus Müller mit der Ehrengabe und Dankurkunde von Kirn-Land und würdigten „ein Leben für die Musik, das Miteinander, und das vorbildlich gelebte Ehrenamt“ in höchsten Tönen. Das Ehepaar sei im Ort eine Institution. Werner Müller hätte sich zum Konzert bedeutend mehr Resonanz aus dem Dorf gewünscht.

„Ehre, wem Ehre gebührt - das nimmermüde Ehepaar hat dies längst verdient“ war bei den Orchester-Mitwirkenden geflügeltes Wort: Sohn Lothar Müller erinnerte sich heuer an fünf Jahrzehnte Hausmusik. Irene Frey (heute 53 Jahre) begann mit acht Jahren und plauderte aus dem Nähkästchen: „Das ist ihr Leben – weit über 500 wurden von Else Müller aus purer Freude und Liebe zur Musik ausgebildet“, lobte sie.

Orchesterleiterin Else Müller und ihr Mann und „Alt-OB“ Klaus Müller feierten im Juli 2016 das Fest der diamantenen Hochzeit. Der 82-Jährige ist Vorsitzender des 1990 gegründeten Orchester-Trägervereins mit etwa 90 Mitgliedern, entsprechend prägnant wie humorvoll war seine Begrüßung: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, zitierte er Nietzsche, und: „Wer dehäm nix zu lache hot, darf bei uns gern mitsinge“. Klaus Müller bedauerte, dass ein Verein absagen musste und kein adäquater Ersatz gefunden wurde, und er forderte die anwesenden Chöre auf, „die Lücke zu füllen und aus sich herauszugehen“. Gesagt, getan: Jeder Gastchor sang Zugaben, das ausgedruckte Programm war Makulatur. Und Musikdirektor Peter Nerschbach, der „seine“ Sängervereinigung Nahbollenbach wegen elf Ausfällen entschuldigte, sang mit seiner Frau Ulla als ein gefeiertes Duett den „Abendfrieden“ von Rudolf Desch. Insofern wurde das 33.te Frühjahrskonzert in Folge des Mandolinen- und Gitarrenorchesters ein vierstündiges Konzerterlebnis par Exzellent mit Chor- und Solistengesang, lebensbejahender Chorliteratur mit Evergreens und Schlagermelodien, und zum Ausklang mit allerfeinster und brillant intonierter Blasmusik des in Hennweiler beheimateten Musikverein 1878 Kirn unter seiner Dirigentin Linda Drosse-Fickeis, die diesen Abend gleichsam als Generalprobe und mit viel Jugend in ihren Reihen für die eigenen 140-Jahr-Feierlichkeiten nutzten und eine makellose Visitenkarte hinterließen.

Das gastgebende Orchester besetzte hochkonzentriert und voller Harmonie alle musischen Facetten, von melancholisch bis volkstümlich: „Wenn die Rosen erblühen in Malaga“ und das Rennsteig-Lied wurden geradezu zelebriert und erfreuten sich beim Mitsingen größter Beliebtheit – ebenso professionell gespielte Arrangements und ein wunderschönes Medley bekannter amerikanischer Folksongs.

Den burschikos-heiteren Part mit leidenschaftlichen Solisten und  mitreißenden Liedern besetzte der neue „MGV Männerwirtschaft“ – selbsternannte „stramme Jungs“, eine für Furore sorgende Chor-AG aus MGV 1900 Hochstädten und MGV 1929 Oberhausen unter ihrer Merxheimer Dirigentin Ramona Wöllstein. „Die Chemie passt super –gesucht und gefunden“ lobten Zuhörer, und bei den teils theatralisch und mit allen Sinnen dargebotenen Liedern, etwa von den Wise Guys, einer Reminiszenz zum Thema „kauf lokal“ über die „10 kleine Kirner Bier“ mit Stubbikasten auf der Bühne, dem Kuckuckslied, oder „Dat Wasser vun Kölle“ von den Bläck Fööss und „The longest Time“ war ganz Pep und Esprit und Leben in der Lützelsoonhalle, wo Robert Munstein und Frank Heilmann als Interpreten das Publikum mitrissen.

Insbesondere bei feucht-fröhlichen Trinkliedern oder Schlagern wie „Nessaja“, „I have a Dream“ in Deutsch gesungen oder „Für Alle“ im Satz ihres Dirigenten Peter Nerschbach gingen die „Fröhlichen Zecher“ aus Kirschroth so richtig aus sich heraus und ernteten wie alle Chöre ebenfalls Beifallsstürme.

Die passenden pathetischen Worte zu ihren Liedbeiträgen fand Chorleiter Friedel Schmidt vom Gesangverein Fischbach: „Zauber der Musik“, „Lieder, die von Herzen kommen“ oder „Als Freunde kamen wir“ waren ausdrucksstark textlich selbstredend ebenso wie „Die Rose“, die gerade in diesen Tage aus dem Schnee erwacht und als Symbol der Hoffnung für neues Leben steht.

 

Zum ersten Foto: Große Ehre für das Ehepaar Else und Klaus Müller. Die passenden Worte des Dankes und der Wertschätzung beim 33.ten Frühjahrskonzert in Folge fanden Staatsbeauftragter Werner Müller (links) und Ortsbürgermeister Michael Schmidt (rechts).


Ehrengabe von Kirn-Land

Musikverein Kirn 1878

Mandolinen+Gitarren Orchester

Ulla +Peter Nerschbach

NEU: Männerwirtschaft