Meddersheim: Einstimmiges "Ja" für Grundsatzbeschluss NBG westlich WZG Rheingrafenberg >Naheweinstraße< Jetzt Eigentümer unter einen Hut bringen!

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Fotos UNTEN -TxtEnde anklicken: Meddersheim. In puncto Neubaugebiet fasste der Ortsgemeinderat einstimmig einen Grundsatzbeschluss, westlich der Winzergenossenschaft Rheingrafenberg Richtung Merxheim eine Wohnbebauung auszuloten und ermächtigte die Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk zeitnah, ein erstes Emissionsgutachten in Auftrag zu geben. Nachfrage sei da, sagte sie. Bekanntlich scheiterte Ende 2015 das Neubaugebiet Heidlochsgraben – für 14 Bauplätze waren 36.000 Euro nach Veto von Anliegern "Im Wiesengrund" und Planungsfehler in den Sand gesetzt - Heilung unerwünscht. >>> Nachzulesen hier in www.heylive.de unter Meddersheim.

Nach interfraktioneller Beratung Ende April 2018 erhielt das im Jahre 2008 schon einmal favorisierte Bauland an der Naheweinstraße/Winzergenossenschaft den Vorzug - am 16. September 2008 berichtete der Öffentliche Anzeiger vom Widerspruch des Herrn Ernst Oldhaber - damals dagegen. (Es folgte der Heidlochsgraben). Jetzt entschied sich der Ortsgemeinderat in Sachen Erweiterung gegen den Wiesengrund im Osten der Weinbaugemeinde Richtung Bad Sobernheim wegen dem Erscheinungsbild und Hochwassergefahr (eines "Hundertjährigen") sowie einer zweiten Fläche „Auf der Setz“ (zwischen Winzergenossenschaft und Kita auf der Hohl), weil die Erschließung schwierig sei. Sowohl Rolf Arzt (CDU) wie Ortsbeigeordneter Lothar Iseke sahen die Fläche an der L232, Ortsausgang Richtung Merxheim als idealen und „besten Kompromiss“. Rolf Arzt sprach „bildlich gesprochen von Feinden“, auf die man bei einer Erweiterung an jedem Ortsende treffe, zudem sei hier je nach Bedarf dann eine Erweiterung möglich.

Christian Schick von der VG-Bauabteilung empfahl dem OG-Rat nach den Gesprächen mit Grundstückseigentümern seitens der Gemeinde die komplette Fläche aufzukaufen, damit die Ortsgemeinde im vereinfachten Verfahren Baugrundstücke anbieten und alle Erschließungskosten umlegen kann und Plätze nicht als Geldanlage liegen bleiben – auch müsse ein Zusammenhang zur alten Ortslage erkennbar bleiben. Ratsmitglied Stefan Weck fragte nach den Emissionen während der Weinlesezeit, wenn täglich Dutzende Traktoren anfahren, und inwieweit der Winzergenossenschaft Anliegerkosten entstehen. Daher sei im Herbst ein Emissions-Gutachten sinnvoll.

„Ganz klar entstehen hier Nutzungskonflikte zwischen der Winzergenossenschaft und Wohnbebauung – die in einem Gutachten dargelegt werden, und inwieweit Abstände einzuhalten sind“, informierte Schick - Gewerbebetriebe seien jedoch nicht geplant. Diese Bedenken relativierte Beigeordneter Karl Kurt Bamberger weitgehend, weil die Traktoren schon jetzt auf dem Flurweg „Auf der Setz“ auf der anderen Seite mit Lesegut anfahren.

Sparwille muss erkennbar sein – dies forderte die Kommunalaufsicht bei ihren Einwänden zum jüngsten Meddersheimer Doppeletat – aber: „Es muss auch von oben nach unten etwas passieren“, schrieb Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk zurück. Einiges wurde „geschoben“, anderes gekürzt – einzige Stellschraube seien Einsparungen („aber wo?“) und die Anhebung der Hebesätze – was „nicht sein kann und zu Unmut führt“, wurden Stimmen laut: Die Deckensanierung im kleinen Saal (11.000 Euro) wurde zurückgestellt, die Schalldämmung im Untergeschoss der Kita kann aus einem 10.000 Euro-Nachlass des verstorbenen Dr. Willibald Bickert kostenneutral erfolgen und auch der Aufsitz-Rasenmäher wird deutlich günstiger, erläuterte VG Finanz-Sachbearbeiter Matthias Manstein. Auf der Ertragsseite wurden die beiden Grundsteuer-Hebesätze A und B um 30 von Hundert (A auf 360, B auf 430) in den Doppelhaushalten 2018/19 angehoben. Die Verbesserung im Ergebnishaushalt um 26.000 Euro reduziert den Fehlbetrag auf 162.400 Euro - Fliesen- und Malerarbeiten wie die Aktualisierung der Homepage wurden gecancelt.

Ebenfalls einstimmig votierte der Rat für die Revierneuabgrenzung im Forstamt Bad Sobernheim, weil 2019 zwei Revierleiter in den Ruhestand gehen (wir berichteten). Der Revierleiter bleibt künftig alleiniger Ansprechpartner; - Einsparung für die Ortsgemeinde Meddersheim: 26 Prozent = 3.500 Euro. Stefan Gesse erläuterte die Problematik des giftigen Eichenprozessionsspinners, eine zeitnahe Bekämpfung ist schwierig, weil Spezialfirmen ausgelastet sind.

Weitere Themen: Der Bouleplatz ist fertig, die Kegelbahn wird saniert, zwei Rundwege in der Mache. Die Holzpalisaden der Hangspielburg an der „Rasselbande“-Kita müssen durch Kunststoff ersetzt und im neuen Häuschen Strom installiert werden – ein wesentlicher Beitrag leistet der Förderverein. Die Bürkle-Stiftung ermöglicht musikalische Früherziehung. Auf der L 232 parallel zum Naheradweg Richtung Merxheim klaffen Löcher – der LBM müsse tätig werden. Vorgeschlagen zum Schöffen ist Michael Engisch. Die nächste Weinfest-Sitzung findet am 9. Juli statt.