Heimweiler - Das Creativhaus von Nicole Gerhardt lädt ein - NEU!

Kategorie: Bad Sobernheim, Meddersheim, VG Kirn-Land, Heimweiler, Hennweiler, Lokale News an Nahe und Glan, Kunst und Kultur, Leute nebenan, Lifestyle

 

LachendZwinkernd Heimweiler. Gerhardts Haus in der Hauptstraße 73 ist zu neuem Leben erwacht und wurde zu einem multifunktionalen „Creativhaus“ umgestaltet: „Raum und Zeit für schöne Momente“ lautet das Credo, wo Hobby-Künstler ihre Exponate ausstellen: Schauen, Staunen und sich überraschen lassen – so lautet das Credo. Viel Liebe ins Detail wird sichtbar!

 

Was tun mit alten Bauernhäusern und Leerständen auf dem Land? Guter Rat ist teuer. Die von der Landesregierung privilegierte Innen-vor Außenbebauung stößt an seine Grenzen, je näher der Wohnort an den Städten und Arbeitsplätzen liegt. Gut situierte Eigentümer wollen ihren Grund nicht verkaufen - lassen ihr Gehöft zur Ruine verkommen. Obwohl laut Gesetz Eigentum verpflichtet! Mehrere Bürgermeister in Kirn-Land klagten bei Orts-Rundgängen heftig: - beispielsweise in Bärenbach, wo neues Personal der VG vorgestellt wurde oder im Rahmen des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“. Ein Dilemma für Kommunen, kleinere Orte bluten so immer mehr aus.

„Verkauft ist schnell – wir wollten unser Anwesen nicht unter Wert verhökern“, zumal in dem knapp 450-Seelen-Ort Heimweiler keine Kneipe geöffnet hat und das touristische Angebot gleich Null ist, erzählt Günther Gerhardt, gelernter Verwaltungs-Fachwirt, der mit seiner Frau Nicole das Bauernhaus aus dem Dornröschenschlaf wachküsst: „Das Beste daraus machen und Neues wagen“, dies ist als Konsequenz ein hehres Ziel und das Gebot der Stunde. Im Haus ist nichts mehr so, wie es einst war. Es ist sein Elternhaus, wo Eltern und Großeltern wohnten, und mit ihm weitere sechs  Geschwister aufwuchsen. Fläche genug also auf drei Etagen und mit viel Platz drum herum sowie einem 350 Jahre alten Nebengebäude.

„Das Kreative liegt mir schon immer, ich habe mir einen Traum erfüllt“ – freut sich Nicole Gerhardt; - die beiden Buben sind aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Sie stammt aus Bärweiler – und mit ihrer dort lebenden Schwägerin und „Natur & Kunst“- Künstlerin Marlene Theobald (www.marlenetheobald.de) haben sich zwei gesucht und gefunden, wo die Chemie stimmt, zwei sich gegenseitig wertschätzen und in ihrem künstlerischen Metier beflügeln. Anfang August hat Nicole Gerhardt ihr Gewerbe angemeldet, ist „Das Creativhaus“ eher noch sporadisch immer dann geöffnet, wenn die Schultafel an der Hauptstraße 73 einlädt. Zunehmend halten Auto- und Radfahrer an, die von der Neugierde gepackt sind. „Nein, wir haben keinen Häuserflohmarkt - im Gegenteil!“, erklärt des extrovertierte Ehepaar den Besuchern in diesen Tagen und lädt ein: „Kommt rein!“. Der Freundes- und Bekanntenkreis ist groß.

Wertige antike Sachen, Gebrauchsmöbel, Erbstücke oder nostalgische Raritäten werden umgearbeitet, aus Fenstern Pin-Wände kreiert, inspirierende Ideen sind schier grenzenlos. Die gelernte Verkäuferin stellt Shabby-Farben selbst her. Alte Möbel werden abgeschliffen, Shabby-Chic und Vintage-Charme dominieren derweil.

Im Haus wurden Holzböden freigelegt, energetisch gedämmt, „Altlasten“ aus den 1970-er Jahren wie etwa PVC entfernt, Sandsteinwände freigelegt: „Ich habe mit dem Kompressor 98 Prozent alles selbst erledigt“. Stolz schwingt mit, wenn die Frauen in ihrem Element sind und sich selbst verwirklichen können. „Learning by Doing über das Basteln und die eigene Muse hinaus“, strahlt die 46-Jährige.

Zum festen Stamm zählt die gute Nachbarschaft und Schwägerin Marlene Theobald sowie aus Kirn Ursula Barth mit Accessoires wie Ketten, Handtaschen  oder Gefilztem, Carola Schick mit Kalligrafie, der ganzen Palette des Schönschreibens auf Grußkarten mit Feder und Tinte etwa, sowie der direkte neue Nachbar und Steinmetz Jochen Barth. Dessen Frau Susanne (geborene May) zog es zurück aufs Dorf in ihren Heimatort. Weine aus der Verwandtschaft von einem Weingut aus St. Katharinen wird es künftig ebenso wie kleine Mitbringsel geben und vieles mehr.

Denn: Im größten Zimmer im Obergeschoß sind die Tische bereits einladend gedeckt – hier ist antiquierter Putz mit einem Walzenmuster anstatt Tapete sichtbar, und hier befindet sich das „Cafe für schöne Momente“. Bis die Konzession in trockenen Tüchern ist, werden über eine Ausschankgenehmigung angemeldete Gruppen bedient. „Längerfristiges Ziel ist natürlich, eine behaglich-einladende Gastlichkeit zum Verweilen zu schaffen. Bedarf und Anfragen sind genug da“, sagt Nicole Gerhardt.

>>>Am 10. und 11. November ist zu einem Tag der offenen Tür mit Handwerkermarkt und Ausstellung von Hobbykünstlern im „Creativhaus“ und der gegenüberliegenden großen Scheune eingeladen. Viele aus dem Ort wie etwa Sigrid Herrmann-Rieth werden dabei sein und mitmachen, Ehrensache. Zugesagt haben ein Orgelspieler, die Heimweiler Seiler und Strickdreher oder beispielsweise Ulrike Hey aus Meddersheim, die in der Nachbarschaft „Auf Schachert“ aufwuchs.

>>>Anmeldung oder weitere Infos: Nicole Gerhardt Telefon 01522 9969411

zum Foto:  Nicole und Günther Gerhardt (im Vordergrund) laden in „Das Creativhaus“ mit dem Cafe „Schöne Momente“ nach Heimweiler in die Hauptstraße 73 ein. Mit auf dem Foto im Hintergrund sind Jutta Jacoby, Ursula Barth und Carola Schick –Schwägerin Marlene Theobald musste kurzfristig zur Arbeit.