Becherbach. 1.Tag der Künste war beliebter Publikumsmagnet - KVB feiert 25-Jähriges - Zwei Kirchen geöffnet - Ehrungen - Chorkolores wurde stark gefeiert

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Zunge raus Fotos UNTEN -- txtende. Becherbach. Ihren 25. Geburtstag proklamierte der Kultur- und Verschönerungsverein Becherbach („KVB“) mit einem attraktiven Programm zum ersten „Tag der Künste“ – zudem hatten am 25.Tag des offenen Denkmals beide Kirchen ihre Pforten sperrangelweit geöffnet, ein Novum! Kunst mit allen Sinnen erfahren, erleben und genießen war angesagt.

In der katholischen Kirche Maria Himmelfahrt war die Ausstellung „Fragilitas“ der Künstlerin Czaja Braatz ein Renner: „Riesiges Interesse – Kunst ist in Becherbach angekommen, auch Künstlerkollege Karlheinz Brust war da“, resümierte sie erfreut und lud vor der Kirche zu einem kühlen Gläschen Schampus, Wasser oder O-Saft ein.

Und am frühen Sonntagabend stand Pfarrer Friedrich Mayer in der Schwesterkirche wie kein zweiter und lebendiges Lexikon einer großen Schar interessierter Bürger Rede und Antwort über das Jahrhunderte alte Kirchspiel mit Reformation und Gegenreformation, die Bau- und Lehnsherren, die grundlegende Kirchensanierung vor fast 50 Jahren und die Kunst in der Kirche im Besonderen. Der Bau der „Brücke“ als ökumenisches Gemeindezentrum vor über 40 Jahren, wo man auf Grabrelikte stieß, blieb dabei nicht unerwähnt. Im Anschluss zog der Brückenchor unter Leitung von Mechthild Mayer mit dem Gesang „Erlaube mir, feins Mädchen…“ zum Altar und sang mit Begleitung durch Pianist Gerhard Wöllstein beliebte Zigeunerlieder von Johannes Brahms und gemeinsam das Abendlied „Der  Mond ist aufgegangen“ von Mattias Claudius.

Schon am Morgen zum Auftakt habe der von 1968 bis 2002 tätige Pfarrer Karl Friedrich Mayer in der Becherbacher Tenne einen „inhaltsstarken und geistreich- mitreißenden Gottesdienst geradezu zelebriert“, lobte Gerhard Barth mit erhobenem Daumen – und am Ende des Tages sprachen „Ob“ Frank Schätzel, Organisator Florian Regitz und Sebastian Müller „von einem tollen Tag- alle Beiträge durch die Bank seien perfekt gelungen und Publikumsmagnet“ gewesen.

Der KVB besteht seit 18. November 1993 – seit dieser Zeit waren alle Aktivitäten von Grenzbegehungen, der Anschaffung von Tretbooten, Umwelttage und die Pflege vou Wanderwegen, Blumenschmuckwettbewerbe bis hin zum ersten Apfeltag vor zwölf Jahren fein säuberlich auf Fotowänden oder auf sechs DIN-A-4 Seiten lückenlos dokumentiert. Die Gründungsmitglieder wurden vom Vorsitzenden Florian Regitz geehrt, der moderierend und informativ durchs Programm führte; - im Tagesverlauf wuchs die Mitgliederzahl auf über 60. Das gemeinsame Mittagessen umrahmte der örtliche Posaunenchor – nach dem Auftritt der Tanzmädels las Mundartpoet Werner Barth fünf wahre Begebenheiten und heitere Anekdoten aus seinem ersten Buch „Im Dorf dehäm“.

Mitreißenden Chorgesang wie tags zuvor bei der Nacht der Chöre in Kirn bot „Chorkolores“, der 14-tägig probt und allmählich in die Fußstapfen des verwaisten MGV wächst und diese Lücke schließt. Alisa Conrad leitet Chorkolores, einen brillanten Solopart sang Daniela Maas: „You`re the Inspiration“ von Chicago, „Save Tonight“ von Eagle-Eye Cherry, „Der Mann im Mond“ von den Prinzen, „Parkplatzregen“ von Oliver Gies und „Aquarius/Let the Sunshine“ aus dem Musical Hair waren mit Beifallsstürmen gefeierte Songs, .

Mehrfach traten die einzelnen Flötenkreise auf, die Tenne war einladend dekoriert und zwei Dutzend Karikaturen von Armin Engel waren Eyecatcher und Hingucker. In den 1990-er Jahren stand er künstlerisch im Zenit und karikierte humorvoll mit spitzer Feder das Ortsgeschehen und den TuS 1910, der damals einen neuen Sportplatz mit Rollrasen erhielt, und hängte wöchentlich bei Bache Mina diese geistreichen Kunstwerke im Schaukasten aus.

Die örtlichen Landfrauen luden zu einem herrlichen Kuchen Büfett, während ein Quartett mit dem Becherbacher Achim Engel und Andreas Rauch von der Mittelaltergilde „Bündnis des Wolfes“ aus Bosenbach spektakulär im Ritter-Showkampf die hohe Kunst des mittelalterlichen Schwertkampfes demonstrierten  – da waren blaue Flecken vorprogrammiert. Entertainer Rainer Hüsch überraschte mit Fliege und Sologesang von Frank Sinatra bis Dean Martin und brachte sehr authentisch Evergreens und Hits aus und über New York auf die Bühnenbretter. Bernd Hey.

Geehrt: wurden die Gründungsmitglieder Gerhard Barth, Werner Barth, Udo Barth, Friedrich Barth, Manfred Frenger, Helmut Hess, Hartmut Lobien, Renate Regitz, Walter Schätzel, Martin Glenz und Ursula Zeschnigk-Chillot- das Ehrenmitglied Manfred Schneider urlaubte.

 


Chorkolores

Schwertkampf

Rainer Hüsch

Karikaturen in Memoriam an Armin Engel

"Fragilitas" by Czaja Braatz

Pfr. Karl Friedrich Mayer