Aus für Windpark Pferdsfeld? Wie Milane geschreddert werden. Eine windige Posse im Herbst 2018: Hauptakteur ist der Wespenbussard als "Kampfschwein"!

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Fotos unten txtende ANKLICKEN - KREIS Bad Kreuznach. Nein, es war nicht der Schwarz- oder Rotmilan, nicht die Langohrfledermaus, kein Schluckspecht, keine Schnapsdrossel, nicht der Turmfalke – nicht der Lärm von Düsenjets, Dragster-Flitzern und keine VW-Käfer. Es war der Wespenbussard, dessen Schutz und Lebensumfeld der Kreis Bad Kreuznach laut Verwaltungsgericht Koblenz nicht ausreichend würdigte und den Windpark Pferdsfeld jetzt stoppte, weil die Genehmigung aus dem Kreishaus rechtswidrig war. Im Vorfeld wurde die Vogelfluglinie gar zickzack um die Eckweiler Kirche eingezeichnet, damit es für die Windrädergenehmigung passt.

Im April 2017 hatte die Kreisverwaltung dem Betreiber „BayWa re GmbH“ die Errichtung von sieben Windrädern genehmigt, dies allerdings mit Auflagen versehen. Ende August 2018 ging es im Kreisrechtsausschuss um viele Fragen, die im Nachhinein die Genehmigung anzweifelten. Unter anderem ging es um die Frage, wieviel Schutz der Rotmilan, eine seltene und äußerst gefährdete Vogelart benötigt, die sich ausgerechnet am Gelände des geplanten Windparks wohlfühlt, nachdem  zuvor eine Stunde lang darüber verhandelt wurde, wieviel Platz Milchkühe in einem Stall brauchen….

„Wenn diese Vögel dann einfliegen und die Windräder drehen sich, dann werden die Rotmilane geschreddert“, wurde tags darauf die Vorsitzende des Kreisrechtsausschusses, Friederike Münzenberg, in Zeitungen zitiert. So weit, so gut.

Man habe wegen der Rotmilan-Problematik die Zahl der Rotoren schon von dreizehn auf sieben reduziert und halte einen Mindestabstand zum nächsten Horst von 2000 Metern ein; - zudem hatte der Projektierer BayWa re GmbH mit 99 Prozent aller Landwirte entsprechende Verträge zwischen dem 1. März und 15. September abgeschlossen, bei Aussaat und Ernte die Anlagen abzuschalten sind, weil erwiesenermaßen just in dieser Zeit die Greifvögel besonders ihren Jagdtrieb ausleben. Übrigens: Es ist nicht so, dass Rotorblätter die fliegenden Tiere „schreddern“; - vielmehr sind ihre Augen auf die Jagdbeute fixiert - und bei sich drehenden Windmühlenblättern fliegen sie mit aller Wucht dagegen, wo vorher noch keins war - erleiden Genickbruch….

Beim zweiten Streitpunkt ging es um die Höhe der Ausgleichszahlungen, die der Betreiber für seinen Eingriff in die Natur zu zahlen hat. Ursprünglich war von einem Betrag in Höhe von 537 000 Euro die Rede. Nach einer Gesetzessänderung fordert die Kreisverwaltung jetzt 821 000 Euro. Freie Marktwirtschaft anno 2018.

Der Projektierer wollte schnell Baubeginn, um die wie Butter in der Sonne dahinschmelzenden hohen „Einspeisevergütungen“ noch einzustreichen, die Windkraftgegner spielen auf dem Klageweg auf Zeit. Obwohl die Windräder am Soonwaldrand wegen geringer Windhöffigkeit und sinkender Prämien keine Gelddruckmaschinen wie noch vor Jahren sind, bleiben sie als Abschreibungsobjekte dauerhafte Euroeinnahmequelle.

Jetzt muss also der Wespenbussard für jene privilegierten WEA und die völlig aus dem Ruder gelaufene und verfehlte Grüne-Landes-Energiepolitik herhalten.

Kein Mensch ist gegen regenerative Energien, in Gänze gegen Plastik, pro Müllvermeidung und für Mehrwegpfand, einem pflichtbewusstem Umgang mit Ressourcen. „Niemand ist im Prinzip gegen Windräder“, sagen selbst die ärgsten Gegner auf Bürgerveranstaltungen. Aber: Auf speziell geeigneten Flächen - und regionale Betreiber und Stromkunden müssen davon partizipieren.

„Das Gegenteil ist passiert, Geld fließt ab – der Hunsrück hat seine Seele verloren und blinkt nachts wie Las Vegas“, sagten Naturschutz-Initiative-Vorsitzende Sylke Müller-Althauser und Dr. Michael Altmoos aus Staudernheim. Solange ausländische Konsortien Profiteure sind und Strom für Deutsche unbezahlbar, jedenfalls immer teurer und ins Ausland verschenkt wird, bleibt das Volk gespalten, ist die Mehrheit der Bürger lethargisch unzufrieden und gegen windige Geschäfte von Lobbyisten.


Quelle: Nahe der Natur Museum, Staudernheim

Pferdsfeld- Blick über den Freidhof (rechts)

Quelle: Nahe der Natur, Staudernheim

Blick von Hundsbach Richtung Meisenheim